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Bildung:Oberhaching macht beim Schulcampus Druck

Bürgermeister Schelle will bei der Planung keine Zeit verlieren und möglichst rasch mit Klassen in Pavillons starten

Von Iris Hilberth, Oberhaching

Ein riesiges Luftbild hatte Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) am Dienstagabend auf dem Fußboden des Bürgersaals auslegen lassen. Die versammelten Gemeinderäte konnten sogar von ihren Sitzplätzen aus den Bahnhof Deisenhofen unschwer erkennen, die Sauerlacher Straße, die Grundschule, die katholische Kirche St. Bartholomäus und natürlich das große unbebaute Areal dazwischen. Hier soll der Campus entstehen, die Baukörper der zukünftigen Realschule und der geplanten Fachoberschule (FOS) wurden mit purpurroten Quadraten in diesem Bereich platziert. "Sehr wahrscheinlich werden sie kleiner und günstiger", versicherte Schelle in der letzten Sitzung des Jahres.

Es ging um auch eine ungefähre Vorstellung der Bebauung, vor allem aber galt es, sich noch vor Weihnachten auf die "Grundzüge" des Raumprogramms zu verständigen, damit das beauftragte Planungsbüro weiterarbeiten kann. Denn als Nächstes werden fünf bis sieben Architekten eingeladen, anhand dieser Vorgaben Vorschläge für den Oberhachinger Campus zu unterbreiten. Am 20. Januar soll der Zweckverband "Staatliche weiterführende Schulen im Süden des Landkreises München" gegründet werden und dann die bisherigen Planungen vom Landkreis München übernehmen. Bis zum Sommer sollen diese dann so weit sein, dass deutlich wird, wie die Schulen einmal aussehen sollen.

Schelle will keine Zeit verlieren. Nochmals machte er in der Sitzung klar, wie dringend die Realschule in Oberhaching benötig werde. "In Holzkirchen und Taufkirchen sind die Schülerzahlen sehr hoch", sage er, in Holzkirchen würden sogar nur noch Geschwisterkinder genommen. Schelle schwebt vor, in Oberhaching bereits vor der Fertigstellung des Schulhauses in Pavillons mit einer eigenständigen Schule inklusive Schulleitung und eigenem Lehrerkollegium zu starten. Zumal Vorläuferklassen in den Nachbarorten nicht gewährleistet werden könnten. Die Oberhachinger Rathausverwaltung spricht von "deutlichem zeitlichen Druck zur Realisierung der Schulen". Bis Mai sollen die Pläne nach dem Zeitplan Schelles in den Gremien behandelt werden, dann gehe es in die Bürgerbeteiligung.

Als Nutzungsflächen für die FOS sind 5210 Quadratmeter vorgesehen, für die Realschule 6742. Zwar sind für beide Bildungseinrichtung annähernd gleiche Schülerzahlen prognostiziert worden, nämlich jeweils etwa 600. Doch benötigt eine Realschule mehr Platz etwa für Fachräume. 3400 Quadratmeter groß soll dieses Schulhaus daher ungefähr werden, 2600 die FOS. Dazu kommen für beide zusammen noch Mensa und Dreifachsporthalle (etwa 3000 Quadratmeter), die auch als Veranstaltungsort genutzt werden kann.

Helle, großzügige, freundliche Aulen wünschen sich die Kommunalpolitiker von den Architekten. Auch sollen die Raumhöhen so großzügig bemessen sein, dass verschiedenen Lüftungskonzepte umgesetzt werden können. "Alle Räume sind natürlich zu belüften und, soweit möglich, natürlich zu belichten", heißt es in den Vorgaben. Auch soll der Campus energetisch nachhaltig werden, daher an die Geothermie angeschlossen sein und den Strom selbst produzieren. Errichtet werden sollen die Gebäude in Holzbauweise, möglicherweise auch in Holz-Hybrid-Bauweise. Angestrebt werden zudem vier Cluster in der Realschule und drei in der FOS - für jede Jahrgangsstufe einen, jeweils mit Lehrerstützpunkten. Für die Betreuung der Schüler ist ein offenes Ganztagskonzept vorgesehen mit entsprechend unterschiedlichen Aufenthaltsräumen. Die Mensa soll mit Speise- und Getränkeausgabe, großzügigen Kühl- und Gefriergeräten sowie kleinen Besprechungsräumen für externe Nutzer und eigene Veranstaltungen konzipiert werden.

© SZ vom 17.12.2020
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