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Bildung:Kampf um die Realschule

Hohenbrunn macht Höhenkirchen als Standort Konkurrenz

Es kommt im Landkreis nicht oft vor, dass zwei Kommunen offen um eine neue Schule konkurrieren. In diesem Jahr aber war das anders - und so wirklich damit gerechnet hat eigentlich niemand. Unstrittig ist in der Kreispolitik, dass der südöstliche Landkreis zwingend und schnellstmöglich eine neue Realschule benötigt. Und eigentlich war die Entscheidung schon gefallen: Die Schule, die vor allem als Entlastung für die in Neubiberg dienen wird, sollte in Höhenkirchen-Siegertsbrunn gebaut werden. Als sich die Gemeinde dann auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück machte und sich der Gemeinderat mehrheitlich für den Standort Brunnthaler Straße am Ortsausgang und gegen einen Campus am Gymnasium aussprach, wurde die Debatte neu entfacht.

Denn einige Mitglieder im Zweckverband weiterführende Schulen im östlichen Landkreis - etwa die Gemeinde Ottobrunn - pochen auf einen Schulcampus, der Synergien schaffen soll und deutlich günstiger wäre als eine Schule an der Brunnthaler Straße. Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) etwa schloss grundsätzlich aus, dem Standort Brunnthaler Straße im Zweckverband zustimmen zu können. In dieser Phase hob plötzlich ein zweiter Bewerber die Hand: Die Gemeinde Hohenbrunn bot sich als möglicher Standort für eine neue Realschule mit S-Bahn-Anschluss an. Eine Idee, die innerhalb des Zweckverbands durchaus positive Resonanz fand. Allerdings steht die Gemeinde Hohenbrunn vor einer nicht zu verachtenden Hürde: Sie muss das Grundstück für die Realschule selbst einbringen - und der Ankauf eines geeigneten Areals dürfte angesichts der angespannten Haushaltslage nicht einfach werden. Dennoch ist das Rennen mittlerweile völlig offen. Der Zweckverband hat entschieden, Hohenbrunn als Standort zu prüfen. Im Februar soll dann eine finale Entscheidung fallen.

© SZ vom 30.12.2020 / müh
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