Bildung:Appell an den Freistaat

Haars Bürgermeister fordert mehr Geld für IT-Betreuung an Schulen

Haars Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) hat einen dringenden Appell an Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) gerichtet und gefordert, dass sich der Freistaat bei der Betreuung der IT-Systeme an den Schulen deutlich stärker einbringt. Bukowski hält das Engagement von staatlicher Seite für eine Frage der "Bildungsgerechtigkeit". Denn bisher werde die Arbeit von Lehrern überwiegend weitgehend unbezahlt geleistet, weil die vorgesehenen Stundenkontingente bei weitem nicht ausreichten. Es dürfe aber nicht vom Einsatz Einzelner abhängen, ob und wie diese wichtige Arbeit erledigt werde. Eine Kostenübernahme von staatlicher Seite in Höhe von 50 Prozent vom Jahr 2025 an sei für die IT-Systembetreuung an den Schulen unzureichend.

Der Kern von Bukowskis Kritik richtet sich dagegen, die Stelle der sogenannten IT-Beauftragen weiter zumindest für einen Teil bei den Rathäusern anzusiedeln. Diese sind grundsätzlich als Sachaufwandsträger von Schulen für die Gebäude und deren technische Ausrüstung zuständig. Das Lehrpersonal bezahlt freilich der Freistaat. Und so sollte es nach Meinung von Bukowski künftig unbedingt auch bei den Betreuern für die digitale Ausstattung an den Schulen sein. Denn diese leisteten vor allem auch eine didaktische Arbeit. Ausdrücklich betont Bukowski in seinem Schreiben, dass er auch im Namen vieler Kollegen spreche. Die Kommunen müssten bei der Co-Finanzierung der digitalen Ausstattung der Schulen künftig stärker unterstützt werden.

Die IT-Beauftragen sind Bukowski zufolge eben keine digitalen Hausmeister. Die Technik an den Schulen könne erst dann fruchtbare Wirkung entfalten, wenn deren Einsatz "einer laufenden Evaluierung und Anpassung aus didaktischer Sicht" unterzogen werde. Zum Glück gebe es viele engagierte Lehrkräfte, die sich mit all ihrer didaktischen Expertise in diese technischen Bereiche einarbeiteten und die Medienkonzepte an den Schulen weiterentwickelten. Doch das reiche nicht aus. Der Freistaat solle seine Aufgaben übernehmen, ohne die Kommunen weiter zu belasten, schreibt Bukowski. Es gehe um das Fundament des wirtschaftlichen Erfolgs in Bayern, das auf qualitativ hochwertiger Bildung und motivierten Lehrkräften basiere. Deren Rahmenbedingungen müssten deutlich und schnell verbessert werden.

© SZ vom 05.07.2021 / belo
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