Baierbrunn:Unterschriftenaktion zu Schulwiese in Vorbereitung

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Neu formierte Gegner einer möglichen Bebauung des Areals am Isarhochufer kündigen nächsten Schritte an.

Von Udo Watter, Baierbrunn

Auf einer Wiese tut sich immer was, besonders wenn der Frühling erwacht: Es grünt und blüht, kreucht und fleucht - und im Moment tropft und schmatzt es dank des Regens auch ausgiebig. Auch die Kontroverse um das als Schulwiese bekannte Areal am Isarhochufer in Baierbrunn blüht weiter - obgleich die erste heiße Debattenphase hinter den Antagonisten liegt. Vereinfacht gesagt geht es um die Umwidmung der bisher als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Fläche östlich der Hermann-Roth-Straße in Bauland, die der Gemeinderat im Dezember auf den Weg gebracht hat - und die ein Teil der Bürger und Naturschutzverbände kritisch sehen.

Sie fürchten, dass dies ein Kipppunkt zu Ungunsten des Naturschutzes sein könnte und um den Verlust dieser Pufferzone für bedrohte Arten im Isartal. Die Mehrheit der Gemeinderäte begründet den Entschluss damit, dass - nach dem Zustandekommen eines städtebaulichen Vertrags mit den relevanten privaten Grundstückseignern - ein Teil des Geländes für die Schule erworben werden könnte; und zudem nur 20 Prozent des Areals bebaut werden soll.

Erste weitere nicht-öffentliche Schritte im Gemeinderat und Besprechungen mit den Eignern haben jetzt begonnen, damit ist auch die Voraussetzung für eine "freiwillige Umweltverträglichkeitsprüfung" des Areals gegeben. Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) verspricht sich davon eine "Erhöhung der ökologischen Standards" und glaubt nach seinen Worten, dass sich - sobald die konkreten Pläne öffentlich werden - "ein Teil der Aufregung am Ort legen" wird.

Danach sieht es im Moment nicht wirklich aus. Die Bürgerinitiative "Perspektive Baierbrunn", die sich vor einigen Wochen gegründet hat, um das Landschaftsschutzgebiet an der Isarhangkante zu erhalten, aber auch generell eine nachhaltige Raum- und Ortsplanung sowie mehr Bürgerbeteiligung einfordert, wirbt gerade verstärkt um weitere Unterstützer (www.perspektive-baierbrunn.de). Dazu gibt es an den kommenden Wochenenden in der Gemeinde Infostände. "Wir fangen jetzt an, Unterschriften zu sammeln", sagt Jan Kirsten Biener, der zum gut zehnköpfigen Kernteam von "Perspektive Baierbrunn" gehört. Die Unterschriftenliste soll juristisch so geprüft sein, dass sie auch für ein Bürgerbegehren einsetzbar wäre.

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