Je nach Perspektive steckt der Teufel oder Gott im Detail. Das gilt gerade auch für viele Bauprojekte, mit denen sich etwa ein Gemeinderatsmitglied im Lauf einer Wahlperiode auseinanderzusetzen hat. Um genau hinsehen zu können, ist es hilfreich, einen Überblick über den Stand der Dinge zu haben. Rechtzeitig. Deshalb soll Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) den Gemeinderat nun häufiger und regelmäßiger auf dem Laufenden halten.
Altbürgermeisterin Christine Kammermeier (SPD), die seit der vergangenen Wahl wieder im Baierbrunner Gemeinderat sitzt, ist gern gut informiert, vermisst aber manchmal von Seiten des Rathauses und Bürgermeister Ott die aus ihrer Sicht dazu nötige zeitnahe und umfassende Auskunftsfreude. In der jüngsten Sitzung etwa verwies sie auf Paragraph 52, Absatz 3 der Gemeindeordnung - "die in nichtöffentlicher Sitzung gefassten Beschlüsse sind der Öffentlichkeit bekanntzugeben, sobald die Gründe für die Geheimhaltung weggefallen sind" - und forderte Ott auf, entsprechend zu handeln. Auch ihre Anmerkung, dass es für sie als Gemeinderatsmitglied nötig sei, Unterlagen so bald wie möglich zu erhalten, war kritisch intoniert - nicht zum ersten Mal.
Immerhin konnte der Bürgermeister ihren zuvor eingereichten Wunsch nach dem Stand der Dinge bei aktuellen Bauprojekten der Gemeinde befriedigen. Unter anderem ging es dabei um die jüngsten Sanierungsmaßnahmen am Rathaus - Balkon und Dachfenster -, die in diesem Sommer umgesetzt werden sollen, sowie die bereits genutzten Kunstrasenplätze am SCB-Gelände und das neue Umkleide-Gebäude, für das jetzt eine Baugenehmigung durch das Landratsamt vorliege.
Ein spannendes Thema ist immer auch die geplante Gastronomie im Sport- und Bürgerzentrum. Dazu liegt inzwischen eine erste Machbarkeitsstudie vor. Sobald ein Brandschutzgutachten bestätigt, dass der Betrieb einer Gastwirtschaft möglich ist, sollen weitere Beratungen und Beschlüsse gefasst werden, vermutlich im Mai oder Juni. Ravindra Nath (FDP) erklärte freilich, er wolle die Machbarkeitsstudie schon jetzt einsehen.
Mit diesem exemplarischen Ansinnen schien auch er noch mal einen Nerv in punkto Transparenz und allgemeinem Bedürfnis nach Information im Gemeinderat getroffen zu haben: Im Anschluss daran ergab sich auf seine und Kammermeiers Initiative hin ein mit großer Mehrheit goutierter Antrag, der den Bürgermeister auffordert, nun regelmäßig in einem Tagesordnungspunkt über den aktuellen Stand der Baierbrunner Bauprojekte zu berichten.


