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Baierbrunn:Kommunaler Klimaschutz

Gemeinde schließt sich dem Energie-Effizienz-Netzwerk an

Wer jemandem ins Netz geht, wird umgangssprachlich überlistet. Die Baierbrunner Gemeinderäte haben sich in der Sitzung am Dienstagabend einstimmig dazu entschlossen, ins Netz zu gehen - freilich nicht in dem Sinne, dass sie einem Schwindler auf den Leim gehen, sondern als Gemeinde dem Kommunalen Energie-Effizienz-Netzwerk Ebersberg-München beitreten. Das Projekt, das von der Energieagentur Ebersberg und München sowie dem Institut für nachhaltige Energieversorgung (Inev) der TU in Rosenheim initiiert wurde, richtet sich an Kommunen beider Landkreise, mit dem Zweck, sie in Sachen Energieeffizienz beratend und moderierend zu unterstützen.

Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre, in der vierteljährlich vier moderierte Netzwerk-Treffen stattfinden, bei denen konkrete energierelevante Fragestellungen diskutiert werden. Inev-Geschäftsführer Dominikus Bücker und Willie Stiehler, Geschäftsführung der Energieagentur Ebersberg-München, die das Projekt vorstellten, betonten den "umsetzungsorientierten Charakter" der Treffen, bei der jedes Mal eine andere Gemeinde Gastgeber ist und Praxisbeispiele besichtigt werden. "Der Charme solcher Treffen ist auch der informelle Austausch unter den Kommunen", so Stiehler. Überdies gibt es eine individuelle energietechnische Beratung, bei der konkrete Projekte auf ihre Realisierung hin überprüft werden. Das Bundesumweltministerium fördert kommunale Netzwerke zur Energieeffizienz mit rund 60 Prozent, Baierbrunn muss als Gemeinde einen Eigenanteil von circa 65oo Euro im ersten und je 6000 Euro im zweiten und dritten Jahr aufbringen, wobei erst mal Haushaltsmittel in Höhe von gut 16 000 im ersten Jahr (2020) und je 15 000 Euro im zweiten und dritten Jahr bereit gestellt werden müssen - die relevante Bezuschussung durch das Ministerium erfolgt dann rückfließend.

Bei der Gründungsveranstaltung am 14. Oktober werden voraussichtlich 14 Kommunen aus den Landkreisen München und Ebersberg dabei sein. Für Baierbrunn bedeutet dies, etwa fachlichen Rat in puncto Energieeffizienz bei der Erweiterung der Grundschule einholen zu können oder auch bei der Realisierung des Baukonzepts am gemeindlichen Grundstück an der Ahornstraße, wo unter der Maxime "Bezahlbarer Wohnraum" vier Zweizimmer-, zwei Dreizimmer- und zwei Vierzimmerwohnungen entstehen sollen und eine Teilunterkellerung angedacht ist.

© SZ vom 10.09.2020 / wat

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