BaierbrunnDie dicke Luft hat sich verzogen

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Messung von Geruchsemissionen wird verschoben

Von Udo Watter, Baierbrunn

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Die Luft im Streit um den Duft ist erst einmal ein bisschen raus. Im Mai hatte der Baierbrunner Gemeinderat beschlossen, ein Vergabeverfahren einzuleiten, an dessen Ende eine Fachfirma mit der Messung von Geruchsemissionen am Ort beauftragt werden sollte. Hintergrund sind Klagen von Anwohnern, dass immer wieder mal unangenehme chemische Gerüche durch die Straßen zögen. Als Verursacher gilt ihnen dabei ein im Gewerbegebiet an der Oberdiller Straße ansässiges Unternehmen, das Parfümöle für die kosmetische, Seifen-, Wasch- und Reinigungsmittelindustrie entwickelt und produziert.

Die mögliche Untersuchung von Geruchsimmissionen wird sich nun aber verzögern, auch weil die Verwaltung vergeblich auf Vorschläge für Standorte einer potenziellen Messung wartete - weder von Bürgern noch von Gemeinderäten kam in dieser Hinsicht etwas. "Wenn Sie diese Messungen wollen, dann sagen Sie uns wo!", sagte Bauamtsleiter Patrick Kohlert in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Offenbar war der Geruchsbelästigungsdruck dann doch nicht so groß, der ein oder andere Gemeinderat wie Uwe Harfich (SPD) deutete an, dass sich die olfaktorische Lage am Ort in den vergangenen Monaten verbessert haben könnte. Bürgermeister Patrick Ott (Überparteiliche Wählergruppe Baierbrunn) schloss nicht aus, dass eventuell neue Filteranlagen bei dem Duftunternehmen - früher Drom Fragrances, heute Givaudan - dafür verantwortlich zeichnen.

Woher die Gerüche kommen und ob sie tatsächlich die Grenze zur Unzumutbarkeit überschreiten, ist im Nachweis generell sehr kompliziert. Um die gängigen Emissionen zu ermitteln, wäre jedenfalls eine aufwendige Rasteruntersuchung im Zeitraum von einem halben Jahr und mit circa 50 Terminen an ausgewählten Stellen notwendig. Dies wäre vermutlich auch nicht billig, die Kosten für so eine Untersuchung dürften sich laut einem ersten Angebot einer Firma aus dem Frühjahr auf 30 000 Euro belaufen. Diese sind im Haushalt 2021 nicht vorgesehen.

Nun wird der Gemeinderat aber erst einmal das Angebot einer Besichtigung durch die Geschäftsführung der Firma Givaudan annehmen und das Gespräch suchen. Im Blick hat man dabei, eventuell über ein von beiden Seiten beauftragtes Unternehmen die Messungen vornehmen zu lassen und sich dafür dann auch die Kosten zu teilen. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus.

© SZ vom 18.11.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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