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Baierbrunn:Abschied von der Baracke

Die maroden Umkleiden des SC Baierbrunn werden erneuert

Sprache schafft Wirklichkeit, heißt es. Ob die Sprache gleich "das Haus des Seins" ist, wie Martin Heidegger behauptet, sei dahingestellt, aber dass die Umkleidekabine des SC Baierbrunn eine "baufällige Baracke" sei, wie im Erlass der Haushaltssatzung 2021 formuliert, stieß Christine Kammermeier (SPD) sauer auf. Sie sprach in der Gemeinderatssitzung am Dienstag lieber von "Umkleidehütte" und warnte, dass der Begriff Gastmannschaften abschrecken könne.

Es war nicht ihre einzige Kritik im Zusammenhang mit den Investitionen, die das Sport- und Bürgerzentrum attraktiver machen sollen. Kammermeier fürchtet, dass Erwartungen geschaffen werden, die sich nicht erfüllen lassen - etwa im Bereich der Gastronomie. "Es gibt dort keine frühere Gaststätte, die müsste man neu bauen." Grundsätzlich begrüße sie freilich die Investitionen. 2021 sind mehr als eine halbe Millionen Euro für den Bau des Kunstrasenplatzes eingestellt, 1,5 Millionen Euro für 2021 und 850 000 Euro (2022) für den Neubau von Umkleiden und Funktionsräumen, knapp 400 000 Euro sind für weitere Sanierungen. Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) sagte, dass die Umkleide schon zu seiner Zeit als Jugendfußballer "greislig" gewesen sei und plädierte dafür, nach vorne zu schauen: "Details kann ich erst dann besprechen, wenn die Satzung beschlossen ist." Sascha Lechner, ÜWG-Gemeinderat und Vorstandsmitglied des SC Baierbrunn, nannte die Umkleideräume eine "Zumutung" und sagte: "Das muss auf den neuesten Stand gebracht werden." Auf eine Umformulierung einigte man sich dennoch: Statt um die "baufällige Baracke" geht es nun um das "sanierungsbedürftige Umkleidegebäude".

Die SPD-Fraktion stimmte der Haushaltssatzung dennoch - wie auch schon vor zwei Wochen dem Haushaltsplan - nicht zu. Gegen ihre drei Stimmen wurde sie aber mit klarer Mehrheit erlassen. Weiter größere Posten betreffen die Erweiterung der Grundschule (376 000 Euro) und den sozialen Wohnungsbau durch die Gemeinde an der Ahornstraße (800 000 Euro). Der Verwaltungshaushalt schließt voraussichtlich mit Einnahmen und Ausgabe in Höhe von rund 12,918 Millionen Euro ab, die Einnahmen und Ausgaben für den Vermögenshaushalt betragen 8,226 Millionen Euro - was gegenüber 2020 eine Erhöhung von 4,637 Millionen bedeutet.

© SZ vom 04.02.2021 / wat
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