Der Zustand der Welt insgesamt mag derzeit wenig Anlass zur Zuversicht bieten, aber im Mikrokosmos des Isartals gibt es eine kleine Gemeinde, die – so darf man behaupten – mit großer Vorfreude auf das neue Jahr blickt. Baierbrunn wird 2026 sein 1250-jähriges Bestehen feiern, eingedenk der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes als „Paierbrunnen“ von 776. „Lassen wir 2026 gemeinsam zu einem ganz besonderen Jahr für Baierbrunn werden!“, erklärt Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) im aktuellen Gemeindeblatt, verbunden mit dem Wunsch, dass das breit gefächerte und ambitionierte Festprogramm für alle Bürgerinnen und Bürger – Jung und Alt, Groß und Klein – zahlreiche Höhepunkte bereithält.
Der Gemeinderat hat jetzt rund 160 000 Euro für das Festjahr bereitgestellt. Damit werden kommunale Veranstaltungen und Beiträge der Vereine unterstützt, diverse Buch- und Druckprojekte finanziert, von der Festschrift über den Jubiläumskalender mit historischen Fotos über das Buch „Baierbrunner G’schichten“ von Horst Schömer und einer Fotoaktion mit Porträts von Baierbrunnern. Von Januar an werden in einer Merchandising-Aktion zudem Jubiläums-Anstecker, Tassen oder Rucksäcke angeboten. Zwei größere Ausstellungen wird es auch geben: „Baierbrunner Künstler“, die im Mai beginnt, sowie „Baierbrunn gestern – heute – morgen“ ab Oktober. Federführend beim Gestalten des Festprogramms waren neben Heinrich Müller mit Christine Kammermeier und Wolfgang Jirschik zwei ehemalige Bürgermeister.
In puncto Veranstaltungen beginnt das Jubiläumsjahr mit dem Neujahrskonzert der Isartaler Blasmusik am 11. Januar und einem Festakt für geladene Gäste mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) Mitte Januar, sowie einem Schäffler-Auftritt im Februar.
Am glanzvollsten freilich präsentiert sich der Festkalender Mitte des Jahres. Herausragend hier: das zehntägige Festzelt der Maimusi und der Gemeinde Anfang Mai. Unter anderem konzertiert das Weltmusik-Jazz-Ensemble Quadro Nuevo, es gibt einen Tag der Gemeinde, an dem sich die Vereine vorstellen, und den Tag der Blasmusik. Noch größere Anziehungskraft dürfte Ende Juli der große Mittelaltermarkt entwickeln, der in dieser Dimension – mit historischen Lagergruppen, Schaukämpfen, Gauklern, Musikern, Handwerk und kulinarischen Angeboten – zum ersten Mal in Baierbrunn stattfindet, aber sozusagen historisch fundierte Legitimation beansprucht: Immerhin thronte einst eine recht imposante Burg an der Konradshöhe über dem Isartal, ehe sie 1421 erobert und abgetragen wurde. „Wir haben in Baierbrunn diesen Mittelalterbezug“, sagt Ott, der anfangs einige Skeptiker im Gemeinderat überzeugen musste, die eine derartige Veranstaltung als überdimensioniert empfanden.

Letztlich setzte sich aber deutlich die Meinung durch, zum Jubiläumsjahr etwas „Besonderes“ auf die Beine zu stellen. Erwartet werden bis zu 10 000 Besucher. Getoppt wird die Veranstaltung am Wirthsfeld von einer Drohnenshow, die als Höhepunkt des dreitägigen Marktes am Samstagabend gezeigt wird. Zum Einsatz sollen 250 Drohnen kommen, die in einer knapp viertelstündigen Flugchoreografie Bilder in den Himmel malen, wie etwa das Wappen der Gemeinde. „Wir wollen etwas machen, was in Erinnerung bleibt“, erklärt Ott.
Insgesamt belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 340 000 Euro, denen geplante Einnahmen – Eintritt, Merchandising, Bücher, Sponsoren – von rund 180 000 Euro gegenüber stehen.

