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Zum Schulbeginn:Flott bis zur 18

Ein wenig kennt die sechsjährige Johanna ihre Schule schon, als sie fünf war, hat sie dort ein Verkehrstheater besucht. Jetzt freut sie sich auf Lesen, Rechnen und den Sport, sie hat nämlich neue Sportschuhe bekommen.

(Foto: Claus Schunk)

Die sechsjährige Johanna aus Aying lässt sich auf ein großes Abenteuer ein und geht künftig zur Schule. Mit einem klaren Ziel vor Augen: Sie will Reitlehrerin werden und ihrem kleinen Bruder viel vorlesen.

Interview von Michael Morosow, Aying

Johanna weiß noch gar nicht so recht, auf was sie sich da eingelassen hat. Noch ist Schule die große Unbekannte für die Sechsjährige aus Aying, zumal der Schnuppertag an der Grundschule in Großhelfendorf heuer wegen des vermaledeiten Coronavirus ausgefallen war und ihr Bruder Xaver auch nicht mehr weiß über das große Abenteuer Schule als sie, weil er erst drei Jahre alt ist. Ihn hat Johanna neben Mutter und Vater mitgebracht zu ihrem ersten Interview in ihrem Leben, drei Tage vor ihrem ersten Schultag. Xaver fährt standesgemäß mit einem Plastik-Traktor zum Termin, ist aber insgesamt nicht ganz bei der Sache. Und so kriegt er auch nicht mit, dass seine große Schwester nicht zuletzt ihm zuliebe die Schulbank drücken will.

Süddeutsche Zeitung: Du hast aber eine schöne Schultüte. Weißt du schon, was du darin alles finden wirst?

Johanna: Ich hab' schon mal Schokoeier gegessen, die wünsch ich mir. Wo in der Küche die Süßigkeiten sind, da komm ich nicht aufi.

Kennst du deine Schule schon?

Ja, ein bisschen. Als ich erst fünf war, da war in der Schule ein Verkehrstheater.

Weißt du schon, wie deine Lehrerin heißt?

Nein.

Kennst du schon jemanden aus der ersten Klasse?

Ja, meine Freundin Valentina geht auch mit.

Wie weit kannst du schon zählen?

Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf, zwölf, dreizehn, vierzehn, fünfzehn, sechszehn, siebzehn, achtzehn.

Bis achtzehn, Respekt. Und kennst du auch schon ein paar Buchstaben?

Nein. (Mutter Sandra Fauth korrigiert: Ein paar Buchstaben aus ihrem Namen kennt die Johanna schon.)

Auf was freust du dich in der Schule am meisten?

Auf Rechnen und Lesen. Ich will dem Xaver was vorlesen können. Der ist nämlich erst drei Jahre alt und geht bald gern in den Kindergarten.

Du musst ja auf dem Pausenhof und wenn du auf die Toilette gehst eine Maske tragen. Hast du eine schöne Maske?

Ja, ich habe eine sehr schöne Elsa-Maske mit der Eiskönigin drauf. Ich kann sie aber leider nicht zeigen, weil ich finde sie grad nicht. (Stattdessen zeigt Johanna ihren schönen Schulranzen und breitet den Inhalt aus.) Da ist ein buntes Papier, da ist ein Malblock mit Delfinen drauf, da ist ein Federmäppchen mit Buntstiften. Und einen neuen Schreibtischstuhl hab' ich auch bekommen.

Dann kann die Schule ja losgehen. Freust du dich eigentlich auf noch was, außer auf Lesen und Schreiben?

Ja, auf Sport. Ich hab' nämlich neue Sportschuhe bekommen. Da sind Einhörner und Regenbogen drauf. Und Ballettschuhe, hab ich auch gekriegt, weil ich jetzt Kinderballett mache.

Bist du eigentlich auch ein wenig stolz, dass du nicht mehr in den Kindergarten sondern in die Schule gehen darfst?

Ja.

Weißt du schon, was du einmal werden willst?

Ja, Reitlehrerin.

Klingt ja spannend, wie kommst du auf Reitlehrerin, hast du denn schon ein Pferd?

Nein, aber meine Oma und mein Opa haben eines. Und immer wenn ich bei Oma und Opa schlafe, darf ich mich draufsetzen.

Ein braves Pferd?

Ja, und das heißt Tecki. Es ist weiß und meistens schmutzig.

Ja dann, viel Freude in der Schule.

Wiedersehen.

© SZ vom 08.09.2020/hilb

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