Ausstellung:Stein, Stadt und Land

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rudi weiss "new york"

Raues Pflaster: Die Skyline New Yorks wird von Grautönen dominiert in dieser Arbeit von Rudi Weiss.

(Foto: Galerie Kersten)

Brunnthaler Galerie zeigt Werke von Rudi Weiss

Die Landschaften, die Rudi Weiss auf Leinwand bannt, sind keine zarten, lichtdurchfluteten Toskana- oder Provence-Szenerien, in denen die Augen des Betrachters gefällig baden. Eher rau, schroff, krustig und roh wie die Küste der Bretagne: Der 1952 in Ingolstadt geborenen Maler trägt die Ölfarbe mit verschiedenen Spachteln pur auf, kratzt sie an anderer Stelle wieder ab, so dass der Bildinhalt einem ständigen Auf- und Abbau unterworfen ist - quasi wie die Gezeiten des Atlantiks. Eines seiner Werke, die derzeit in der Galerie Kersten in Brunnthal zu sehen sind, heißt denn auch "Bretagne". Aber der Künstler, der häufig plastisch rhythmisierte, reliefartige Strukturen schafft und gern mit allerlei Grautönen agiert, widmet sich nicht nur Meeresklippen oder verschneiten Felsformationen im Gebirge. Auch Stadtansichten gehören zu seinen bevorzugten Sujets. Die Steine, die ihn als quasi wesenhafte Dinge in der Natur faszinieren, sind hier in bearbeiteter und behauener Form ein essentieller Faktor im städtebaulichen Kontext: So sieht man eine zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit changierende Skyline, ob in "Frankfurt" oder "New York".

Die Ausstellung "Stadt und Land" mit Werken von Rudi Weiss dauert noch bis 13. November. Flankiert werden seine Arbeiten durch Objekte von Norbert Kraus. Sie bestechen durch ihre Ästhetik und ihr unkonventionelles Material. Das widerspenstige Reisig wird dabei vom Künstler in eine klare Geometrie gebannt und zu Skulpturen geformt, denen eine besondere Spannung innewohnt und deren innerer Tumult der Äste durch die äußere Strenge limitiert wird.

Geöffnet ist die Galerie Kersten, Otterloher Straße 6, Brunnthal, montags bis freitags von 9 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr und sonntags von 13 bis 16 Uhr.

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