Aschheim:Todesursache: Pest

Das Skelett eines Mannes aus dem 8. Jahrhundert mit Waffenbeigaben im Aschheim-Museum. Woran dieser Mann gestorben ist, ist nicht klar. (Foto: Claus Schunk)

Die Sonderausstellung "Knochenzeugen" im Aschheim-Museum gibt interessante Einblicke in das Leben und Sterben im Mittelalter.

Der Tod ist gemeinhin nicht das ansprechendste Thema für einen Ausflug am Sonntagnachmittag. Archäologen wie Anja Pütz könnten da freilich widersprechen. Die Leiterin des Aschheim-Museums hat eine Sonderausstellung entworfen, die sich um die Todesursachen der Menschen dreht, die schon vor Tausenden Jahren in der Region siedelten und deren Überreste in und um Aschheim gefunden wurden. "Das Thema ist hochspannend", sagt Pütz. Denn aus dem Tod lassen sich Rückschlüsse auf das Leben ziehen.

Ende der 1990er Jahre wurde am Bajuwarenring in Aschheim ein Grabfeld mit 444 Skeletten aus dem frühen Mittelalter entdeckt. Mit Hilfe der Analyse von DNA dieser Knochenfunde, der sogenannten Archäogenetik, konnten Forscher zum Teil die Todesursachen der Menschen nachweisen - Verletzungen, Unfälle, aber auch Krankheiten; unter anderem ließen sich Teile der DNA des Pestbakteriums nachweisen. In Verbindung mit den in den Gräbern gefundenen Beigaben wie Amuletten, Waffen oder Schmuck, die in der Dauerausstellung zu sehen sind, können diese Erkenntnisse einen kleinen Einblick in menschliche Schicksale hinter den kahlen Skeletten geben, hofft Pütz.

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Die Sonderausstellung eröffnet am Sonntag, 19. März, mit einer kostenfreien Führung um 14.30 Uhr und wird bis Ende Juli im Aschheim-Museum (Münchner Straße 8, 85609 Aschheim) zu sehen sein. Eine weitere Führung durch die Sonderausstellung beginnt am Freitag, 31. März, um 17 Uhr. Weitere Informationen zu Öffnungszeiten und Führungsmöglichkeiten sind online zu finden unter www.aschheimuseum.byseum.de.

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