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Aschheim/Ismaning:Abstand von Wasservögeln halten

Am Speichersee zwischen Ismaning und Aschheim

Im Sommer ist der Speichersee ein Mausergebiet. Im Winter hingegen unterscheidet er sich nicht von anderen Gewässern.

(Foto: Florian Peljak)

Spaziergänger im Landkreis sind wegen der Vogelgrippe-Vorfälle in Bayern aufgerufen, aufmerksam zu sein. Das Landratsamt hat den Speichersee im Blick.

Die Vogelgrippe geht um in Bayern. Auch im Landkreis München gelten seit der vergangenen Woche Vorsichtsmaßnahmen: Geflügelhalter - insgesamt sind 376 dem Landratsamt gemeldet - müssen ihre Tiere im Stall lassen, Geflügelschauen, Vogelbörsen und ähnliche Veranstaltungen sind bis auf Weiteres untersagt. Auf diese Weise wollen die Behörden verhindern, dass das Virus H5N1 von den Wildvögeln, bei denen es bislang gefunden wurde, auf Nutztiere übergeht. Infektionen von Menschen durch das Virus sind nicht bekannt. Gleichwohl sind Spaziergänger angehalten, die Augen an den Gewässern im Landkreis offen zu halten - zum Beispiel am Speichersee.

Über fast zehn Quadratkilometer erstreckt sich das Areal des Speichersees im Norden des Landkreises zwischen Ismaning, Aschheim, Kirchheim und den Gemeinden Finsing im Landkreis Erding sowie Pliening im Landkreis Ebersberg. Das Gewässer lässt das Herz von Vogelschützern und Hobbyornithologen höher schlagen: Der Speichersee und noch mehr das im Süden anschließende Teichgut mit seiner Kette von 30 großen und etwa 65 kleineren Teichen hat sich zu einem Gebiet von internationaler Bedeutung entwickelt, weil hier im Sommer Zehntausende Zugvögel Halt machen. "Im Sommer sind wir ein Mausergebiet, in das mehr als 100 000 Vögel kommen", erklärt Karin Haas vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern, die seit 2010 für das Gebietsmanagement zuständig ist. Wenn sie ihr Federkleid wechseln, sind die Vögel auf eine sichere Versorgung angewiesen, schließlich können sie eine Zeit lang nicht fliegen. Die finden sie in und um den nährstoffreichen Speichersee.

Im Sommer 2007 trugen zwei tote Enten den Erreger in sich

Trotz dieser Beliebtheit bei Wasservögeln gelten für das Areal hinsichtlich der Vogelgrippe nun keine besonderen Vorgaben, erklärt Haas, denn: "Wir sind nur im Sommer speziell, im Winter sind die Gegebenheiten hier vergleichbar mit denen an anderen großen Gewässern in der Region, etwa dem Bodensee."

Anders war es im Sommer 2007. Damals waren rund um den Speichersee drei tote Stockenten gefunden worden, zwei davon trugen den Vogelgrippe-Erreger H5N1 in sich. Rund um das Gewässer wurde daraufhin eine Sperrzone eingerichtet, in die etwa Katzen und Hunde nur an der Leine hineindurften. Nach drei Wochen ohne weitere verdächtige Funde hoben die Behörden die Sperrzone schließlich wieder auf.

Im Blick hat das Landratsamt den Speichersee vorsorglich auch heuer. Für Spaziergänger dort wie auch anderswo im Landkreis gelte derzeit als grundsätzliche Vorsichtsmaßregel, von toten Wasservögeln Abstand zu halten, erklärt eine Sprecherin des Landratsamts. Dies gelte auch für stark von Wasservögeln verkotete Stellen. Wer beim Spazierengehen einen toten Wildvogel - betroffen waren bisher Wasservögel wie Enten, Gänse oder Schwäne - findet, soll diesen keinesfalls berühren, sondern umgehend das Veterinäramt verständigen.

Sachkundige, etwa von der Feuerwehr, sammeln das tote Tier dann ein und bringen es in einem dichten Behältnis zum Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim. Dort wird der tote Vogel pathologisch und insbesondere virologisch untersucht. Einen positiven Fall von Vogelgrippe muss das Friedrich-Löffler-Institut bestätigen; das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit liegt auf der Insel Riems bei Greifswald.

Das Veterinäramt des Landkreises ist erreichbar unter Telefon 089/62 21 23 75 oder 089/62 210. Geflügelhalter, die bislang nicht registriert sind, sind ebenfalls angehalten, sich dort zu melden.