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Aschheim:Bund Naturschutz gegen Schlachthof

Verband empfiehlt Aschheimern die Ablehnung des Projekts

Der Bund Naturschutz hat sich gegen den geplanten Schlachthof in Aschheim ausgesprochen. Viele Probleme seien ungelöst, zum Beispiel gebe es keine Antworten zu Fragen des Grundwasser- und Lärmschutzes, der Geruchsbelästigung und des Verkehrs, schreibt Christian Hierneis, der Vorsitzende des Bundes Naturschutz in München. "Wir empfehlen daher allen Bürgern dringend, beim Bürgerentscheid die Schlachthofpläne abzulehnen." Um die 1500 Rinder und 7000 Schweine sollen in der geplanten Anlage pro Woche geschlachtet werden. Mit 25 bis 30 Lkw-Fahrten am Tag würden die Tiere antransportiert. Diese Zahlen alarmieren die Naturschützer. Sie befürchten Folgen für das angrenzende Naherholungsgebiet Heimstettener See und die Anwohner in Heimstetten, die gerade einmal 400 Meter von dem künftigen Schlachthof entfernt leben. "Der vorherrschende Westwind verstärkt die zu erwartende Belästigung durch Lärm und Gestank für die Menschen in Heimstetten massiv", schreibt Hierneis. Der Verband macht sich zudem Sorgen, wie die Schlachtabfälle entsorgt werden sollen. Das Abwasser des Betriebs fließe in die regionale Kläranlage. Ob diese dafür überhaupt technisch geeignet ist und welche Kosten für die Gemeinde entstehen, ist laut Bund Naturschutz ungeklärt. Außerdem zweifelt der Verband die angeblichen Gewerbesteuergewinne für Aschheim an. Besonders stört ihn, dass die Investoren noch nicht offengelegt haben, wie hoch die Baukosten für das Projekt sind. Wenn sie sich schon außerstande sähen, "diese vergleichsweise simpel zu berechnende Zahlengröße zu beziffern", so die Argumentation der Naturschützer, sollten die Bürger auch die Kalkulationen der angeblichen Gewinne nicht zu leichtfertig glauben.

© SZ vom 05.10.2016 / chrh

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