KommunalpolitikIn Aschheim endet eine Hängepartie

Lesezeit: 2 Min.

Wer gratuliert am Sonntag wem? Nach dem ersten Wahlgang war es eher Robert Ertl (links), der Florian Meier beglückwünschen konnte.
Wer gratuliert am Sonntag wem? Nach dem ersten Wahlgang war es eher Robert Ertl (links), der Florian Meier beglückwünschen konnte. Claus Schunk

Am Sonntag entscheidet sich in einem zweiten Wahlgang, wer Nachfolger des seit zwei Jahren erkrankten Bürgermeisters wird. CSU-Kandidat Florian Meier geht als Favorit in die Stichwahl.

Von Anna-Maria Salmen, Aschheim

SZ bei Google bevorzugen

Nach zweijähriger Hängepartie bekommt Aschheim an diesem Wochenende einen neuen Bürgermeister. In der Stichwahl entscheidet sich am Sonntag zwischen Florian Meier (CSU) und Robert Ertl (Freie Wähler), wer die Geschicke der Gemeinde künftig leiten wird. Der Sieger wird sein Amt direkt am Montag antreten und knapp acht statt wie üblich sechs Jahre im Chefsessel des Rathauses bleiben. Denn die Neuwahl findet weniger als zwei Jahre vor den turnusgemäßen Kommunalwahlen im Frühling 2026 statt. Im Jahr 2032 wird dann wieder gleichzeitig über Gemeinderat und Rathauschef abgestimmt.

Als Favorit geht der CSU-Ortsvorsitzende Florian Meier in die Stichwahl. Im ersten Wahlgang verpasste er den Sieg mit 48,1 Prozent der abgegebenen Stimmen nur knapp. Robert Ertl, der in den vergangenen zwei Jahren als Stellvertreter des erkrankten Bürgermeisters Thomas Glashauser (CSU) die Amtsgeschäfte in Aschheim geleitet hatte, holte nur 37,2 Prozent der Stimmen. Grünen-Kandidatin Marion Seitz schied mit 14,7 Prozent aus.

Vor dem zweiten Wahlgang am Sonntag hat sich nicht nur Seitz’ Grünen-Ortsverband hinter CSU-Kandidat Meier gestellt, sondern auch die SPD. Beide Parteien geben an, mit dem CSU-Bewerber als Rathauschef ihre eigenen Vorstellungen besser umsetzen zu können. Die Chancen für Ertl stehen entsprechend schlecht.

Dennoch betrachten beide Kandidaten das Ergebnis noch als offen. „Wir brauchen jede Stimme“, sagte Meier nach Bekanntwerden der Wahlempfehlungen von SPD und Grünen. Die Unterstützung sei zwar ein Vertrauensbeweis, dennoch kündigte der CSU-Kandidat an, seinen Wahlkampf weiterhin intensiv fortzusetzen, unter anderem mit Besuchen an Aschheims Haustüren. Meier und die CSU müssen vorbeugen, dass ihre Wähler in Erwartung eines sicheren Wahlausgangs am Sonntag zu Hause bleiben. Zugleich sind Wählerinnen und Wähler, die vor zwei Wochen für die Grünen-Kandidatin gestimmt haben, in ihrer Entscheidung bei der Stichwahl natürlich unabhängig von Empfehlungen frei.

„Ich habe nichts mehr zu verlieren“, sagt Robert Ertl

Ertl zeigt sich nach dem ersten Wahlgang enttäuscht, insbesondere von den Grünen, mit dessen Kandidatin Seitz er während der Vertretung Glashausers in den vergangenen zwei Jahren intensiv zusammengearbeitet hat. Sein Engagement als Stellvertreter sieht er durch das Ergebnis eigenen Worten zufolge nicht ausreichend gewürdigt. Dennoch blickt er der Stichwahl entspannt entgegen, wie er sagt: „Ich habe nichts mehr zu verlieren, sondern kann nur noch gewinnen.“ Sollte er verlieren, bleibt er Zweiter Bürgermeister und behält seinen Beruf im Kreiskrankenhaus Ebersberg.

Die Neuwahl des Bürgermeisters in Aschheim ist nötig geworden, nachdem der Gemeinderat den bisherigen Rathauschef nach dessen zweijähriger Abwesenheit für dauerhaft dienstunfähig erklärt und in den Ruhestand versetzt hat. Glashauser hatte sich im September 2022 aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen, sein Stellvertreter Ertl führt seither neben seinem Hauptberuf die Amtsgeschäfte im Rathaus. Was zunächst als Übergangslösung gedacht war, entwickelte sich jedoch zu einer Hängepartie, die am Sonntag nun ein Ende findet.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Wirtschaft
:„Egal wer Mist baut, die deutsche Belegschaft wird es ausbaden“

Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus will am Standort Ottobrunn-Taufkirchen mehr als 240 Stellen abbauen. Der Betriebsrat kündigt Widerstand an – vor allem, weil die Sparpläne die Beschäftigten hierzulande härter treffen sollen als in Frankreich.

SZ PlusVon Martin Mühlfenzl

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: