Aschheim hat einen neuen Bürgermeister: Nach zweijähriger Hängepartie wird Florian Meier Nachfolger des erkrankten Rathauschefs Thomas Glashauser (CSU). Der Christsoziale setzte sich in der Stichwahl mit 56,0 Prozentpunkten deutlich gegen den geschäftsführenden Bürgermeister Robert Ertl (Freie Wähler) durch, der Glashauser in den vergangenen beiden Jahren im Rathaus vertreten hatte und nun 44,0 Prozent der Stimmen holte. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,6 Prozent.
Bereits im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte Meier den Sieg mit 48,1 Prozent der Stimmen denkbar knapp verpasst. Für viele kam sein deutlicher Vorsprung von mehr als zehn Prozentpunkten überraschend: Ertl hatte als Stellvertreter Glashausers den Amtsbonus auf seiner Seite und galt daher lange als Favorit für dessen Nachfolge.
Nach dem ersten Wahlgang wendete sich die Lage jedoch. Nicht nur die Grünen, deren Kandidatin Marion Seitz mit 14,7 Prozent ausgeschieden war, sondern auch die örtliche SPD hatten eine Wahlempfehlung für Meier als Bürgermeister ausgesprochen.
„Es war schon knapper als beim ersten Mal“, sagte der Wahlsieger erleichtert. „Aber ich bin überglücklich, dass ich es geschafft habe.“ Die Mobilisierung sei schwieriger gewesen. „Viele haben gesagt, ich hätte ja eh schon gewonnen.“ Meiers unterlegener Kontrahent Robert Ertl wiederum sagte: „Ich habe nicht bloß ein bisschen aufgeholt. Er ist der Sieger, aber ich bin der Gewinner.“
Der neue Rathauschef hatte im Wahlkampf unter anderem angekündigt, die Entwicklung eines neuen Quartiers im bisherigen Gewerbegebiet an der Saturnstraße vorantreiben zu wollen, wo die Gemeinde eine Mischung aus Wohnraum, Grünflächen und Läden schaffen möchte. Zudem will Meier die Digitalisierung für mehr Nahbarkeit und Transparenz in der Rathausverwaltung nutzen und Online-Sprechstunden anbieten.

