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Aschheim:Nächtliches Inferno durch Brandstiftung

Verwüstet: eines der Zimmer in der Containeranlage für Asylbewerber, die in der Nacht auf Donnerstag ausbrannte.

(Foto: Claus Schunk)

Ein Flüchtling der Dornacher Unterkunft steckt sieben Wohncontainer in Brand

Von Anna-Maria Salmen, Aschheim

In der eisigen Luft, durch die vereinzelte Schneeflocken wirbeln, liegt ein scharfer Brandgeruch. Am Tag nach dem Feuer in einer Asylbewerberunterkunft an der Karl-Hammerschmidt-Straße in Dornach sind die Spuren, die die Flammen hinterlassen haben, deutlich sichtbar: Verkohlte, vom Ruß geschwärzte Rollläden hängen von den Fenstern der Wohncontainer, innen hat das Löschwasser Pfützen auf dem Fußboden gebildet, die Überreste von Möbeln stehen durcheinander in den Räumen. Die Eingänge des Geländes werden vom Sicherheitsdienst bewacht, während Mitarbeiter des Landratsamtes die Einrichtung aus den Wohncontainern räumen. Unterdessen ermittelt die Polizei gegen einen der Bewohner wegen vorsätzlicher schwerer Brandstiftung. Es handelt sich um den 26-Jährigen Eritreer, der in der Nacht mit Brandverletzungen in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Gegen 1.45 Uhr in der Nacht hatten die Brandmelder in der Unterkunft ausgelöst und die Bewohner gewarnt, ein Anwohner verständigte die Polizei. Als die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Dornach, Aschheim und Riem sowie die Kräfte der Kreisbrandinspektion eintrafen, standen bereits sieben Wohncontainer in Flammen. Zur Unterstützung rückten auch die Feuerwehren aus Feldkirchen und Kirchheim an. Insgesamt waren rund hundert Einsatzkräfte in der Nacht zur Stelle. Mehrere Atemschutztrupps bekämpften das Feuer, die sieben Container brannten dennoch vollständig aus. Zwölf weitere sind so stark beschädigt, dass sie vorerst nicht bewohnt werden können. Wie hoch der Sachschaden ist, lässt sich nach Aussage der Polizei derzeit noch nicht beziffern.

Die 38 Männer, die auf dem Gelände in Dornach untergebracht sind, wurden einer Sprecherin des Landratsamtes zufolge noch in der Nacht vorerst nach Unterhaching gebracht. In der dortigen Unterkunft für Geflüchtete, die für Corona-Kontaktpersonen freigehalten wird, seien noch Kapazitäten frei gewesen. Nach Einschätzung des Landratsamts können die Bewohner der Container, die durch die Flammen nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden, in Kürze wieder zurückkehren.

Einige Fragen sind derzeit noch offen, unter anderem, wie genau das verheerende Feuer entstanden ist. Nach bisherigem Ermittlungsstand der Polizei war der verdächtigte 26-Jährige zur Tatzeit stark alkoholisiert, bei der Untersuchung im Krankenhaus seien circa drei Promille festgestellt worden. Er habe sich zur Tatzeit allein in seinem Zimmer aufgehalten und dort wohl das Feuer gelegt. Aus welchem Grund kann die Polizei aktuell nicht sagen. Derzeit befinde der Mann sich noch im Krankenhaus, seine Verletzungen seien nicht lebensgefährlich. Wie die Polizei ankündigt, soll er dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, sobald dies möglich ist.

© SZ vom 15.01.2021/lb
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