bedeckt München 27°

Aschheim:Mit Modulen zum Campusgefühl

Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU), sein Feldkirchner Kollege Andreas Janson (FW), Michele Schlautmann vom Zweckverband, stellvertretender Landrat Ernst Weidenbusch und Kirchheims Bürgermeister Max Böltl (beide CSU) mit dem Modell des Gymnasiums vor dem künftigen Standort.

(Foto: Claus Schunk)

Das Gautinger Büro Köhler gewinnt mit einem ungewöhnlichen Entwurf den Architektenwettbewerb für das neue Gymnasium in Aschheim, das auch die benachbarte St.-Emmeram-Realschule entlasten soll.

Von Irmengard Gnau, Aschheim

Die Schüler der staatlichen St.-Emmeram-Realschule in Aschheim bekommen in naher Zukunft neue Nachbarn. Südlich anschließend an das Realschulgebäude soll auf einer Fläche von knapp 30 000 Quadratmetern ein großzügiger Schulcampus für bis zu 900 Realschüler sowie 1000 Gymnasiasten entstehen. Wie dieser aussehen wird, haben die Mitglieder des zuständigen Zweckverbandes weiterführende Schulen im Osten des Landkreises nun beschlossen: Der an einen Schiffsrumpf erinnernde Bestandsbau erhält eine Fortführung aus vier rechteckigen, über Brücken verbundenen Bauteilen, die sich versetzt von Norden nach Süden über das Areal schlängeln.

Mit diesem ungewöhnlichen Entwurf hat sich das Büro Köhler Architekten aus Gauting, das sich beim Wettbewerb für das Gymnasium Unterföhring noch mit dem zweiten Platz hatte bescheiden müssen, gegen 29 weitere Teilnehmer aus dem In- und Ausland durchgesetzt. Insbesondere dank der luftigen Verbindung der einzelnen Gebäudeteile wollen die Mitglieder der Zweckverbandes, die drei Gemeinden Aschheim, Kirchheim und Feldkirchen sowie der Landkreis, sicherstellen, dass beide Schulen genug Platz für sich haben. Vor allem die Realschule sieht sich schon seit Jahren einem stetig steigenden Schülerandrang gegenüber, der das Fassungsvermögen des Bestandsgebäudes längst übersteigt. Seit März schafft nun ein Containeranbau Abhilfe, doch die Schüler, Eltern und Lehrer erwarten die Erweiterung sehnlich.

Gleichzeitig soll das neue Gelände "als gemeinsamer Campus gefühlt werden" können, sagt der Zweckverbandsvorsitzende und Kirchheimer Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU). Dazu gehört auch, dass bestimmte Bauteile wie die Mensa von beiden Schulen genutzt werden, ebenso wie der zentrale Vorplatz vor dem Eingangsbereich. Auch in den Klassenräumen in den mittleren Gebäudetrakten können je nach Bedarf Gymnasiasten oder Realschüler unterrichtet werden, so der Plan.

Eröffnung ist zum Schuljahr 2025/26 geplant

Neben den eigentlichen Schulgebäuden umfasst der Entwurf weitere Parkplätze, ein Gebäude mit Hausmeisterwohnung und Lehrerappartements sowie eine große neue Sporthalle mit zwei Schwimmbecken. Letztere sollen nicht nur den Schülern des Campus, sondern allen Schulen der Verbandsgemeinden offen stehen. Damit geht der Zweckverband ein weiteres Problem an: Vielen Schulen im östlichen Landkreis fehlen bislang ausreichend Möglichkeiten für ihren Schwimmunterricht. Dass der neue Schulbau geradezu durch die Landschaft mäandern wird, liegt vor allem daran, dass sowohl Realschule als auch Gymnasium eigene Innenhöfe mit viel Tageslicht erhalten sollen.

Für den Bau des Aschheimer Schulcampus haben die Zweckverbandsmitglieder sich einen engen Zeitplan vorgenommen. Möglichst bis zum Herbst dieses Jahres sollen alle Fachplaner bestimmt sein, damit zum Schuljahr 2025/26 der Campus in Betrieb gehen kann, wie es sich Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) wünscht. Ermöglichen soll dies unter anderem die Bauweise: Fluchttreppenhäuser und Kerne der Schulgebäude aus Stahlbeton werden mit Holzmodulen kombiniert.

Interessierte können die fünf Entwürfe aus der Endrunde samt Erläuterungen des Preisgerichts an diesem Freitag, 3. Juli, von 16 bis 18 Uhr sowie am Wochenende 4. und 5. Juli jeweils von 14 bis 16 Uhr im Feststadl Aschheim besichtigen.

© SZ vom 03.07.2020/hilb

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite