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Arbeitsmarkt:Gewerkschaft: Lockdown für Fortbildung nutzen

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) warnt vor dem Verlust Tausender Jobs im Landkreis München durch den digitalen Umbruch in der Arbeitswelt. Sie verweist auf eine Regionalstudie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Danach sind im Kreis München 16 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in hohem Maße durch die Digitalisierung bedroht. Bei diesen Stellen könnten bereits heute mindestens 70 Prozent aller Tätigkeiten von computergesteuerten Maschinen erledigt werden. Grundsätzlich könne die Digitalisierung jedoch sowohl zur Aufwertung von Berufen führen als auch zu deren Abbau, so die Forscher.

Für die NGG sind das "alarmierende Zahlen". Schwarzmalen will die Gewerkschaft dennoch nicht. Tim Lünnemann, Geschäftsführer der NGG München teilt mit: "Vom Homeoffice bis zur Videokonferenz: Corona hat dem digitalen Wandel der Arbeitswelt einen zusätzlichen Schub gegeben." Ob Computer tatsächlich so viele Jobs ersetzten, liege auch an den Unternehmen und den Beschäftigten. "Dort, wo Mitarbeiter für die digitale Zukunft fit gemacht werden, könne die Industrie 4.0 eine große Chance sein", so Lünnemann. Die Gewerkschaft appelliert an die Unternehmen in der Region, die Corona-Zeit für die Weiterbildung der Beschäftigten zu nutzen. Der "Lockdown light" im November biete vielen Kurzarbeitenden die Chance für Fortbildungen, die staatlich bezuschusst würden. Im Oktober seien die Hilfen nochmals erhöht worden, die Mittel bislang allerdings kaum abgerufen worden, wie die NGG mit Blick auf Zahlen der Arbeitsagentur feststellt.

© SZ vom 05.11.2020 / sz

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