Die SPD-Fraktion im Kreistag fordert deutlich mehr Investitionen in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und ein attraktiveres Tarifsystem des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV). Fraktionssprecherin Ingrid Lenz-Aktas ruft den Landkreis München und Landrat Christoph Göbel (CSU) dazu auf, sich in allen relevanten Gremien, in denen der Kreis ein Mitspracherecht hat, politisch für die Erweiterung des ÖPNV einzusetzen. Der Freistaat, fordert die SPD, müsse in Zukunft "mindestens so viel Geld in das Schienennetz investieren wie die Schweiz. Dort, lassen die Sozialdemokraten verlauten, würden jährlich 378 Euro pro Einwohner in das Schienennetz investiert - in Deutschland hingegen nur 64 Euro pro Kopf. Darüber hinaus, so Lenz-Aktas, muss "das Zulassungsverfahren neuer Züge beschleunigt werden", um den ÖPNV attraktiver zu gestalten und mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf die Schiene zu bewegen. Die dritte Forderung der SPD bezieht sich auf einen "wirklich attraktiven MVV-Tarif", die aktuelle Tarifreform dürfe dabei "nur ein erster Schritt" sein.
Der Landkreis, sagt Lenz-Aktas, erlebe beinahe täglich den Zusammenbruch des öffentlichen wie des motorisierten Individualverkehrs. "Nicht nur aus diesem Grund ist der lange vernachlässigte Ausbau der Infrastruktur des ÖPNV endlich in Angriff zu nehmen", sagt die Aschheimer Kreisrätin. "Klimaschutz und Luftreinhaltung erfordern ihn ebenfalls mehr denn je." Umfragen ergäben, dass bei einem preislich attraktiven MVV-Tarif viele Menschen auf den ÖPNV umsteigen würden, bisher sei das aus Kapazitätsgründen aber nicht möglich, sagt Lenz-Aktas.