Bei der Berlinale gibt’s den Goldenen Bären, in Venedig wird der beste Film mit dem Goldenen Löwen prämiert und bei den bayerischen Amateurfilm-Festspielen in Unterföhring? Da wartet an diesem Wochenende auf den Sieger der große Bayerische Löwe – ein Preis, gestiftet vom Ministerpräsidenten Markus Söder.
Ausrichter der Veranstaltung, die es seit 1978 gibt und die heuer bereits in der 47. Auflage stattfindet, ist der Landesverband Film+Video Bayern (LFVB). Schauplatz ist von 27. Februar bis 1. März das VHS-Zentrum in Unterföhring, dort werden am Wochenende mehr als 40 Filme im Wettbewerb gezeigt (Beginn freitags um 16 Uhr, samstags und sonntags jeweils um 9 Uhr).
Darunter sind fiktionale Werke wie auch Dokumentar- und Naturfilme. Schon allein einige Titel machen neugierig: „Da scharfe Toni“ oder „Die Brandschutztür“ etwa. „Zur Rentnerruh gebracht“, „Mondstein 66075“, „Krücken für Kabul“ oder „Beware of the Black Dog“ klingen ebenfalls spannend. Freilich ist es vor allem die visuelle wie die narrative Qualität, auf die es ankommt. „Unsere Filmautoren sind wahre Geschichtenerzähler. Die Professionalität unserer nicht kommerziellen Autoren ist an der hohen handwerklichen und dramaturgischen Qualität ihrer Filmwerke zu erkennen“, schwärmt Adalbert Becker, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Filmautoren (BDFA), in seinem Grußwort.
Als Besonderheit bei den Festspielen gilt die öffentliche Jury-Diskussion, die immer nach einem projizierten Filmblock – vier bis sieben Filme – vor dem Publikum stattfindet. Höhepunkt der Festspiele ist die Sonntagsmatinee, ein Werk wird da zum „Film des Jahres“ gekürt und mit dem großen „Bayerischen Löwen mit Rautenschild“ ausgezeichnet. Zudem gibt es vier kleine Löwen, einen Jugendpokal und Sonderpreise.
Unter den Wettbewerbern in Unterföhring sind etliche Mitglieder des Münchner Film- und Video-Clubs, aus Bamberg und Landshut, aber auch Teilnehmer aus Bad Tölz, Garching, Olching und Ebersberg. Die besten Kurzfilme können anschließend zu einem Bundesfilmfestival und dann zu den Deutschen Filmfestspielen gemeldet werden. Wer dort gewinnt, bekommt keinen Löwen, sondern den BDFA-Filmpreis des Jahres, einen Obelisken. Weitere Informationen gibt es unter https://film-festspiele.de/2026.

