Alternative Energien:Windkraft bleibt Thema

Weyarner Pläne lassen in Brunnthal Debatte neu aufleben

Von Angela Boschert, Brunnthal

Brunnthal steht vor erneuten Debatten über Windkraft im Hofoldinger Forst. Die Gemeinde Weyarn würde gerne dort ein Windrad aufstellen, wo Brunnthal kein eigenes bauen will; also auf Brunnthaler Staatsforstgebiet. Bürgermeister Stefan Kern (CSU) informierte am Mittwoch den Gemeinderat über eine entsprechende Anfrage an Landwirtschaftsministerin Melanie Kaniber (CSU). Brunnthal hat Anfang März mit elf zu acht Stimmen den Austritt aus der "Arbeitsgemeinschaft Windenergie Hofoldinger Forst" beschlossen und den Bau eines eigenen Windrads abgelehnt.

Das Vetorecht gegen ein Windrad in den Staatsforsten gelte noch, leitete Kern ein, doch: "Was werden wir tun, wenn es dieses Vetorecht nicht mehr gibt? Treten wir dann wieder in die Arge ein?" Zur Arge gehören noch Aying, Sauerlach, Otterfing sowie die Landkreise München und Miesbach. Zweck ist, gemeinsam den Bau von Windkraftanlagen zu steuern. Alternative Energieerzeugung sei unumgänglich, sagte Kern, mit einer neuen Bundesregierung könnte die 10H-Abstandsregel fallen.

Sollten die Staatsforsten ihre Flächen für Windkraft öffnen, sagte Kern, bekomme der den Zuschlag, der am meisten zahle. "Es sollten alle in sich gehen und schnell zum Konsens kommen, ob wir zuschauen, wie andere bauen, oder ob wir selbst die Ärmel hochkrempeln." Einige äußerten ihren Unmut über das Vorgehen von Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). Es sei "ein Skandal", sich so aufzuführen, hieß es. Er habe sich nur an die Ministerin gewandt, nicht aber an die betroffene Gemeinde.

Hilde Miner (Grüne) erinnerte an "die Brisanz des Themas". Klimaschutz sei notwendig. "Ich appelliere an das Gewissen eines jeden: Wollt ihr nichts dazu leisten?" Nur Peter Sachs (CSU), der im März beim Windkraft-Beschluss noch nicht Gemeinderat war, erwiderte: "Das stimmt schon, aber es hat nichts damit zu tun, dass wir unseren Wald nicht kaputt machen lassen wollen". Man solle das in einer Klausur bereden. "Die Diskussion darüber ist öffentlich zu führen", sagte Kern und beendete die Aussprache fürs Erste. "Wir werden jetzt nichts entscheiden."

© SZ vom 18.09.2021
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