A99/A94 Verkehr nur im ersten Stock

Die eigentlichen Planungen für das Kreuz-München Ost haben noch nicht begonnen.

(Foto: Claus Schunk)

Die Autobahndirektion rückt von Overfly-Bauwerk am Kreuz Ost ab.

Von Andreas Junkmann, Feldkirchen/Vaterstetten

Die Pläne für den umstrittenen sogenannten Overfly am Autobahnkreuz München-Ost sind offenbar zu den Akten gelegt. Das hat zumindest ein Vertreter der Autobahndirektion Südbayern gesagt, als er vor Mitgliedern des Ebersberger Kreistags die jüngsten Überlegungen zu dem Großbauwerk erläuterte. Laut Michael Witt, Sachgebietsleiter Bau-Planung Ost, steht bereits jetzt fest, dass die Straßenführung am Autobahnkreuz höchstens einstöckig - also auf Höhe der jetzigen A 94 - bleiben solle.

Zuletzt war auf Feldkirchner Gebiet der Protest gegen das Bauwerk gewachsen. Anrainer Alexander Holly betreibt einen Reiterhof an der Schnittstelle von A 94 und A 99 und kündigte an, eine Bürgerinitiative gegen die Pläne zu gründen, den Verkehr auf mehreren Ebenen zu führen und das bestehende Kleeblatt aufzulösen. Witt erläuterte in Ebersberg, dass die eigentlichen Planungen für das Kreuz Ost noch gar nicht begonnen hätten, weshalb vieles noch im Fluss sei. Bis Mitte 2019 solle ein der Vertrag für das Planungsverfahren abgeschlossen sein. Dann sollten die Maßnahmen festgelegt werden.

Auch umliegende Straßenverbindungen sollen sich ändern

Abgesehen von der Frage, wie der Fernverkehr von einer Autobahn zur anderen gelangt, beschäftigt die Planer, wie sich umliegende Straßenverbindungen verändern werden. Ein Thema ist dabei die Kreisstraße EBE 4, die von Vaterstetten kommend über Weißenfeld unter der A 99 und der A 94 hindurch nach Feldkirchen führt. Diese Strecke müsse während der Baumaßnahme gesperrt und dafür an anderer Stelle ein Provisorium eingerichtet werden, sagte Witt. In der Folge sei die Idee entstanden, die Kreisstraße zu verlegen. Bei der Autobahndirektion stellt man sich vor, die Straße künftig von der Unterführung bei Weißenfeld aus weiter westwärts in Richtung Feldkirchner Gewerbegebiet laufen zu lassen. Die Kreisräte in Ebersberg zeigten sich skeptisch, weil bestehende Wegebeziehungen gekappt werden könnten. Der Bau dürfe nicht zu Lasten der Anwohner gehen, hieß es. Laut Witt ist gegen Ende 2022 der Abschluss des Planfeststellungsverfahrens vorgesehen. Baubeginn könnte 2025 sein.