Landkreis München Weitere Kindergärten erhielten Drohbriefe

Der Polizei sind mehr als 30 rassistische Pamphlete bekannt - sie richten sich unter anderem gegen Kitas, Gemeindeverwaltungen und Anwälte.

Der Drohbriefschreiber, der seit vergangener Woche Eltern, Kinder und Erzieherinnen von Unterhachinger Kindertagesstätten verängstigt, hat weitere antisemitische und rassistische Pamphlete verschickt. Das hat das Münchner Polizeipräsidium am Mittwoch berichtet. Offenbar haben im Lauf der vergangenen Tage alle 16 Kindertagesstätten im Gemeindebereich von Unterhaching einen derartigen Brief bekommen. Unter einem großformatigen Hakenkreuz als Briefkopf fordert der anonyme Absender darin ultimativ, alle jüdischen und muslimischen Kinder aus den Einrichtungen zu verbannen. Andernfalls kündigt er Anschläge auf die Einrichtungen und ihre kleinen Besucher an.

Die Polizei geht derzeit nicht von einer konkreten Gefahr aus, hat aber ihre zivilen und uniformierten Streifen in Unterhaching verstärkt. Ermittler arbeiten an der Identifizierung des Neonazis. Sie untersuchen und vergleichen Fingerabdrücke und Speichelspuren. Auch wenn der Absender der Drohbriefe derzeit noch anonym ist - ein Unbekannter ist er für die Polizei nicht. Die ersten acht ähnlichen Briefe tauchten, wie am Mittwoch bekannt wurde, bereits im Februar, August und Dezember vergangenen Jahres auf. Inzwischen kennt die Polizei schon mehr als 30 Drohbriefe. In zwölf Fällen waren die Gemeindeverwaltungen von Unterhaching, Taufkirchen, Oberhaching, Sauerlach, Ottobrunn und Haar die Adressaten, daneben zwei Rechtsanwälte und eine Zeitungsredaktion.