Süddeutsche Zeitung

Laim:Willkommen an der Elsenheimerstraße

Mit knapp einem Jahr Verspätung hat die neue Flüchtlingsunterkunft in Laim ihren Betrieb aufgenommen

Von Corbinian Wildmeister, Laim

Ursprünglich sollte die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Bürokomplex an der Elsenheimerstraße 48-50 schon im Juli des vergangenen Jahres eröffnet werden. Doch da die Umbauarbeiten umfangreicher waren als in einem frühen Planungsstadium gedacht und dem Freistaat Bayern seit dem Frühjahr 2016 zudem alle Planungen für Asyleinrichtungen zur Genehmigung vorgelegt werden müssen, hat sich die Inbetriebnahme um einige Monate verzögert, heißt es im Sozialreferat. Nun endlich war es soweit: 133 Personen haben das Gebäude mit der auffälligen Glasfassade im Stadtteil Laim bezogen.

Der Großteil stammt aus Afghanistan, Pakistan und Syrien, einige aus Nigeria und dem Senegal. Doch keiner der Asylbewerber ist völlig neu in Deutschland. Ihren bisherigen Wohnsitz hatten sie in der Unterkunft an der Schertlinstraße 8 in Obersendling, die zum Juni geschlossen wurde. Etwa die Hälfte von ihnen lebt in Familien, die andere Hälfte sind Einzelpersonen.

Wie es auch in anderen städtischen Asyleinrichtungen üblich ist, gibt es in der neuen Unterkunft einen Sicherheitsdienst, der dort rund um die Uhr präsent ist. Die Zahl der Sicherheitsleute, derzeit sind es sechs, soll an die Belegungszahl angepasst werden. Denn bis September werden nach und nach weitere Bewohner aus anderen Flüchtlingsunterkünften einziehen. Die Einrichtung hat eine Maximalkapazität von 500 Bettplätzen, die auf 176 Zimmer verteilt sind. Dabei gibt es von Ein-Bett-Zimmern bis Sechs-Bett-Zimmern alle Varianten der Raumbelegung.

Betrieben wird die Einrichtung von den Johannitern, die Caritas übernimmt die Asylsozialberatung. Darüber hinaus werden auch die Helferkreise für Flüchtlinge der Stadtviertel Laim und Sendling-Westpark ihre ehrenamtliche Arbeit in der neuen Unterkunft fortsetzen. Damit dies möglichst ohne Unterbrechung gelingt, stehen sie laut Sozialreferat bereits seit der Planungsphase in engem Kontakt mit dem Amt für Wohnen und Migration.

Vor einem Jahr wurde im Bezirksausschuss Laim von Anwohnern kritisiert, dass der Bürokomplex wegen fehlender Freiflächen und mangelnder Gemeinschaftsräume für die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft nicht geeignet wäre. Die Johanniter sehen dieses Problem nicht. Auf jeder Etage, so wird argumentiert, gibt es zwei Aufenthaltsträume, im Freien stehen den Kindern Spielmöglichkeiten zur Verfügung und im Keller des Gebäudes wird es den Johannitern zufolge multifunktionelle Räumlichkeiten geben.

Der Stadtrat hat beschlossen, dass das Gebäude noch bis Ende des Jahres 2031 als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden soll.

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Quelle:
SZ vom 09.06.2017
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