Laim:Vollendete Tatsachen

Laim: Etwa 200 Wohnungen, ein Pflegeheim, eine Kita und Tiefgaragen sollen rund um die Kreuzung Saherr-/Guido-Schneble-Straße entstehen.

Etwa 200 Wohnungen, ein Pflegeheim, eine Kita und Tiefgaragen sollen rund um die Kreuzung Saherr-/Guido-Schneble-Straße entstehen.

(Foto: Robert Haas)

Guido-Schneble-Straße: Lokalpolitiker fühlen sich erneut von der Stadt übergangen

Von Christina Seipel, Laim

Ein Neubauprojekt an der Guido-Schneble-/Ecke Saherrstraße spaltet die Stadt, die Bauherren und den Laimer Bezirksausschuss (BA). Nun hat die Münchner Lokalbaukommission (LBK) einen Vorbescheid für das Bauvorhaben erteilt. Damit klärt die Behörde verbindlich die wichtigen Fragen im Vorfeld des Bauantrags. Mit dem Ergebnis müssten die Lokalpolitiker eigentlich einverstanden sein. Denn ihren Wunsch, den langen Wohnriegel vom geplanten elfstöckigen Hochhaus an der Guido-Schnebele-Straße bis zur Josef-Schick-Straße zu unterbrechen, hat die Stadt darin berücksichtigt. Zufrieden seien damit jedoch weder die Stadtteilpolitiker noch der gemeinnützige Wohnungsverein München 1899, der dort bauen will, klagt Josef Mögele (SPD), der Vorsitzende des Stadtteilgremiums.

Ende Januar hatten die Laimer Politiker zufällig erfahren, dass der Abriss des neunstöckigen Turms an der Guido-Schneble-Straße vorbereitet wird. Mögele beschwerte sich bei der LBK, dass der Laimer BA in das Bauvorhaben nicht eingebunden worden sei. Vor allem der rund 140 Meter lange Wohnriegel entlang der Saherrstraße missfiel den Lokalpolitikern. Die Stadt hatte daraufhin veranlasst, dass die Bauherren mit dem Gremium Kontakt aufnehmen. Bei einem Treffen zwischen Vertretern des gemeinnützigen Wohnungsvereins München 1899 und BA-Chef Mögele kamen beide Parteien überein, dass das neue Hochhaus an der Guido-Schneble- bis zur Ecke Senftenauerstraße vorgebaut werden soll. Auf diese Weise wollten sie durch den Umbruch wegfallende Wohneinheiten ersetzen und die Brachfläche sinnvoll nutzen.

Josef Mögele erhoffte sich von dem Treffen weitere Diskussionen über das Projekt mit den Bauherren und der LBK anzustoßen. Diese blieben jedoch aus. Nur zwei Wochen später folgte der Vorbescheid durch die LBK. Die BA-Mitglieder fühlen sich erneut von der Behörde übergangen. In der jüngsten BA-Sitzung beschwerte sich Carsten Kaufmann (SPD), dass das Gremium vor vollendete Tatsachen gestellt werde: "Das kann ich nicht gutheißen." Die LBK aber kann den Missmut der Laimer Stadtteilvertreter nicht nachvollziehen. Schließlich sei der Wunsch des Gremiums, den langen Bauriegel an zwei Stellen zu unterbrechen, und somit den offenen Charakter nach Süden hin zu erhalten, in letzter Minute noch berücksichtigt worden berichtet Cornelius Mager, Leiter der LBK.

Etwa 200 Wohnungen, ein Pflegeheim, eine Kita sowie Gemeinschaftseinrichtungen und Tiefgaragen mit etwa 410 Stellplätzen will der Wohnungsverein rund um die Kreuzung Saherr-/Guido-Schneble-Straße errichten. Die noch unversiegelte Fläche zur Senftenauerstraße soll jedoch nicht bebaut werden. Eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans aus den 1960er Jahren halte die LBK für "nicht vertretbar", erläutert Mager. Der Stadtbezirk sei ohnehin schon dicht besiedelt.

© SZ vom 25.06.2021
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