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Laim:"Schräge Geschichte"

Bezirksausschuss wundert sich über Sanierung der Fürstenrieder Straße

Von Christina Seipel, Laim

Auf der Fürstenrieder Straße in Laim ist kürzlich der Fahrbahnbelag erneuert worden. Der Laimer Bezirksausschuss (BA) zweifelt die Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit der Straßenarbeiten, nur wenige Jahre vor der Gleislegung für die geplante Tramwesttangente, an. SPD- und CSU-Fraktion im Stadtteilgremium haben ihre Bedenken nun in einer Anfrage an die Stadt formuliert.

"Ich war baff", sagte SPD-Fraktionssprecher Carsten Kaufmann hinsichtlich der "Nacht- und Nebelaktion" wie er es nannte. In der letzten Augustwoche hatte die Stadt die westliche Fahrbahn der Fürstenrieder Straße zwischen der Agnes-Bernauer-Straße und der Aindorferstraße sanieren lassen. "Muss das sein?", wetterte CSU-Fraktionssprecherin Alexandra Gaßmann angesichts der Planungen für den Bau der Tramwesttangente in der jüngsten BA-Sitzung. Auch Bürger hätten ihr diese Frage schon gestellt und manche gar den Vorwurf erhoben, dass die Stadt hier Steuergelder verschwende. Denn in knapp drei Jahren sollen die Bauarbeiten für die neue Tram bereits beginnen. Als die Bauarbeiter den Belag auf der Fürstenrieder Straße entfernten, habe sie kurzzeitig gehofft, dass die Tram doch nicht komme, scherzte die CSU-Politikerin. "Ich hatte auch Hoffnung. Nämlich, dass die Tram jetzt schon kommt", konterte Kaufmann und lachte.

Christian Hartranft (Grüne) bezeichnete die kurzfristigen Straßenarbeiten als "schräge Geschichte" und schlug vor, die Stadt in der Anfrage des Bezirksausschusses darauf hinzuweisen, die östliche Fahrbahn der Fürstenrieder Straße im selben Streckenabschnitt nicht auch noch zu sanieren. Josef Mögele (SPD) plädierte für eine mildere Formulierung. Das Baureferat solle prüfen, was mit der Ostseite der Fürstenrieder Straße passieren soll und entscheiden, ob eine Sanierung dieser Fahrbahn tatsächlich notwendig sei. Die BA-Mitglieder einigten sich schließlich darauf, die Anfrage mit Mögeles Vorschlag an die Stadt zu stellen.

© SZ vom 21.09.2020

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