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Laim:Kooperation statt Konfrontation

Die Bürgerinitiative Landschaftspark West fordert die Stadtverwaltung auf, die Menschen im Viertel früher über Planungsvorhaben zu informieren

Von Christina Seipel, Laim

Die Stadt soll die Bürger künftig früher und umfassender in stadtplanerische Vorhaben einbinden. Diesen Wunsch hat die Bürgerinitiative Landschaftspark West in einem Brief an die Münchner Entscheidungsträger formuliert. Sie fordert darin Kooperation statt Konfrontation, vor allem was die Entwicklungen im Bereich der Baumschule und der angrenzenden Flächen angeht. Denn der Grünzug, der sich von der städtischen Baumschule bei Laim bis nach Gräfelfing und zum Lochhamer Schlag hinzieht, bietet eine der ansonsten in der Stadt so rar gewordenen Freiflächen. Bürger und Kommunalpolitiker befürchten seit Langem schon, dass die Stadt dem Begehren, diese zu bebauen, nachgeben könnte.

In ihrem Brief schlägt die Bürgerinitiative nun ein neues Modell der Zusammenarbeit vor, das anstrebt, Lösungen für alle Interessensgruppen zu finden. "Es geht uns nicht so sehr darum, ob und wie viel bebaut wird oder auch nicht, sondern vielmehr darum, wie die Stadt mit ihren Bürgern umgeht", erläutert Susanne Kopp von der Bürgerinitiative Landschaftspark West die Idee hinter ihrer Initiative. Das Vorgehen des Planungsreferats sei oftmals undurchsichtig. "Wir hinken als Bürger im Viertel hinterher", moniert deshalb Kopp. Dies verdeutliche ein aktuelles Beispiel. Wie der Vorsitzende des Laimer Bezirksausschusses (BA) Josef Mögele (SPD) ihres Wissens von der Stadtverwaltung erfahren habe, wolle das Planungsreferat dem Stadtrat im Dezember neue Pläne zur Baumschule vorstellen.

Um welches Vorhaben es sich dabei handele, sei dem Gremium nicht mitgeteilt worden. Im Juli hatten die Laimer Kommunalpolitiker deshalb Vertreter des Referates für Stadtplanung zum Gespräch und Informationsaustausch eingeladen. Die Behörde habe die Einladung jedoch abgelehnt. Der Grund sei, dass die Beschlussvorlage derzeit noch erarbeitet werde. Die Bürgerinitiative wertet dieses Verhalten in ihrem Brief als konfrontativ. "Einen Verwaltungsbeschluss zu erarbeiten, ohne vorab mit den entsprechend der Demokratie zuständigen Gremien gesprochen zu haben, ist unerhört und empörend", heißt es darin. Es entstehe der Eindruck, dass man erst informiere, wenn die Planungen bereits abgeschlossen sind, spekuliert Susanne Kopp. Der BA werde dabei übergangen und letztlich vor vollendete Tatsachen gestellt.

Diesen Eindruck teilt auch BA-Chef Mögele. Seiner Vermutung nach sei klar, "dass etwas im Busch ist". Er moniert, dass es kein Entgegenkommen von Seiten der Behörde gebe. Dennoch wolle das Gremium die Vertreter des Referats für Stadtplanung nochmals in seine nächste Sitzung im Oktober einladen.

Die Bürgerinitiative Landschaftspark West appelliert in ihrem Schreiben außerdem für mehr Transparenz und Kooperation in der Stadtplanung. Es gehe darum, die Bürgerinteressen zu respektieren - und diese von Anfang an aktiv in die Planung einzubeziehen. Dies sorge nicht nur für ein harmonischeres Stadtklima. Lösungen könnten auf diese Weise "schneller, kompetenter und vor allem auch kostengünstiger erreicht werden", hoffen die Verfasser des Schreibens.

Der Brief "Kooperation statt Konfrontation" wird auch eines der Themen der kommenden Sitzung des Laimer Bezirksausschusses sein, die am Donnerstag um 19.30 Uhr im Saal der Pfarrei Zwölf Aposteln beginnt.

© SZ vom 16.09.2020

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