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Laim:Auf die Tube gedrückt

Erneuerung der Alten Heimat soll bereits 2023 beendet sein

Kürzlich hat die Gewofag noch einen mit Absicht nicht sehr sportlichen Terminplan angekündigt - eben weil man "behutsam agieren" wollte. Jetzt drückt sie richtig auf die Tube: Die Verdichtung und Erneuerung der Siedlung Alte Heimat am östlichen Ende Laims soll nicht wie geplant im Jahr 2025, sondern bereits zwei Jahre früher vollendet sein. Eine Vertreterin der städtischen Wohnungsbaugesellschaft kündigte im Bezirksausschuss Laim an, dass die Stadt für das Projekt mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro mit großzügigen Zuschüssen aus dem Programm Wohnungspakt Bayern rechnen könne. Diese passten perfekt auf die geplanten Maßnahmen in der Siedlung: Zuwendungsfähig seien die Gesamtkosten für Neubau, Instandsetzung und auch die Modernisierung. Die Zuschüsse müssten allerdings bald beantragt werden. Voraussetzung sei auch, dass ein Generalunternehmer bestellt werde.

Der Kommunalausschuss des Münchner Stadtrats soll sich am heutigen Donnerstag damit befassen, ob das Projekt so gebilligt und ein Generalunternehmer für die ersten zwei von vier Neubauvorhaben beauftragt wird. Zwar trifft die Vollversammlung die endgültige Entscheidung, doch mit einer Zustimmung ist zu rechnen. Auch der Bezirksausschuss gab dazu einstimmig sein Plazet - wenngleich mit leichtem Bauchgrimmen. Vor allem die Aussicht, die gesamten Neubaumaßnahmen einem Generalunternehmer zu überlassen, machte skeptisch. Damit gebe man "alles aus den Händen", hieß es seitens der CSU. Die Gewofag konnte gewisse Risiken nicht abstreiten: Nachbesserungen seien möglich, aber schwierig und mit zusätzlichen Kosten machbar. Dafür könne man wesentlich effizienter bauen und auch die Mieter hätten erhebliche Vorteile: Sie seien um zwei Jahre kürzer den Baumaßnahmen ausgesetzt. Außerdem enthalte das Förderprogramm eine Belegungsbindung. Die Mieter könnten über einen Zeitraum von 20 Jahren nicht aus ihren Wohnungen vertrieben werden.

Die Zeitverkürzung will die Gewofag durch eine Reduzierung der Bauabschnitte von drei auf zwei erreichen. Mit dem Neubau am Parkplatz an der Ecke Hans-Thonauer-Straße und Kiem-Pauli-Weg und den zwei geplanten Gebäuden unmittelbar nördlich und westlich des Alten- und Service-Zentrums soll nun gleichzeitig begonnen werden. Von 2018 bis Ende 2019 sollen dort 88 altengerechte Wohnungen, eine Kindertagesstätte, der Quartierstreff und eine Tiefgarage entstehen.

Für die Stadtteilpolitiker war wichtig, dass die Mieter, deren Wohnungen bis in zwei, drei Jahren renoviert werden sollen, nicht durch Aufwertung stärker belastet werden. Die Gewofag bestätigte dazu nochmals, dass keine Eingriffe in die Substanz bestehender Wohnhäuser geplant sind, keine Wärmedämmung. Es gehe konkret um die Beseitigung von Schäden, um Brandschutz, um neue Haustüren, Verbesserungen an Balkonen und Fassaden. Spielplätze, die die SPD vermisste, sollen integriert werden, auch mehr Parkplätze - diese suchte wiederum die CSU - sollen später zur Verfügung stehen, allerdings nicht im Außenbereich. Der Mangel an Geschäften zwischen Kiem-Pauli-Weg und Zschokke-straße kann in der Alten Heimat nicht behoben werden: In der Stiftersiedlung ist man an Wohnbau gebunden.