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Laim:100 Prozent Ersatz gefordert

An der Tram-Westtangente sollen 269 Bäume nachgepflanzt werden

Von Christina Seipel, Laim

Ein Rasengleis und viele Bäume sollen die Umgebung der künftigen Tram-Westtangente aufwerten, die vom Romanplatz in Neuhausen über die Fürstenrieder Straße in Laim bis zur Aidenbachstraße in Obersendling führen soll. Den Grünen im Laimer Bezirksausschuss (BA) ist dies jedoch nicht grün genug. Sie fordern einen Blühstreifen im Gleisbett, mehr Ersatzbäume und eine nachhaltige Nutzung der gefällten Bäume.

In einem der drei Anträge, die sich in der jüngsten BA-Sitzung mit dem Thema befassten, äußerten die Grünen den Wunsch, dass für jeden Baum, der an der Strecke gefällt werden muss, ein neuer gepflanzt wird. Nach derzeitigen Planungen sollen 269 Bäume für den Bau der Westtangente weichen. Die Stadt wolle jedoch nur rund 65 Prozent, das sind etwa 175 Bäume, ersetzen. "Dies führt zu einer Verschlechterung der Luftaustauschbahnen und des Kleinklimas", mahnen die Grünen.

In einem weiteren Antrag fordern sie, dass ein Teil der gefällten Bäume eine neue Verwendung im Stadtbezirk findet. Aus den Stämmen etwa sollen Kunstwerke, Biotope und Klettergerüste für Kinder entstehen. Mit der Umnutzung der gefällten Bäume soll das Viertel nicht nur optisch aufgehübscht, sondern auch "das Verständnis für die Wichtigkeit von Bäumen geschärft" werden. Zweifel kamen jedoch von der CSU-Fraktion. Stefanie Stöckle, die Erste stellvertretende BA-Vorsitzende, lobte den Vorschlag zwar als "eine charmante Idee", gab jedoch zu bedenken, dass der Antrag zum jetzigen Planungsstand "sehr verfrüht" sei. CSU-Fraktionssprecherin Alexandra Gaßmann warf ein, dass Bäume, die für den Bau von Spielplätzen verwendet werden, strengen Qualitätsmaßnahmen unterlägen, zum Beispiel unbehandelt sein müssten.

Auch was die Umwandlung des Grasbettes zwischen den Gleisen in einen Blühstreifen angeht, waren die Kommunalpolitiker unterschiedlicher Ansicht. "Ich finde Blühstreifen auf einer Wiese schöner", sagte Alexandra Gaßmann. Die Grünen betonten deren Nutzen als zusätzlicher Lebensraum für Insekten und Bienen. Alle Forderungen wurden letztlich fraktionsübergreifend beschlossen.

© SZ vom 25.08.2020

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