Dirigent Lahav Shani:Gerüchte um den Mann, der ohne Stab dirigiert

Dirigent Lahav Shani: Im März dirigierte Lahav Shani in der Isarphilharmonie ein Benefizkonzert für die Menschen in der Ukraine, Solistin war Geigerin Anne-Sophie Mutter.

Im März dirigierte Lahav Shani in der Isarphilharmonie ein Benefizkonzert für die Menschen in der Ukraine, Solistin war Geigerin Anne-Sophie Mutter.

(Foto: Florian Peljak)

Leitet Lahav Shani bald die Münchner Philharmoniker? Laut Medienberichten könnte er Nachfolger von Valery Gergiev werden. Nun gastiert der Dirigent aber erst einmal bei den BR-Symphonikern.

Von Jutta Czeguhn und Susanne Hermanski

Auf seiner Instagram-Seite sieht man Lahav Shani Zigarre rauchend mit Daniel Barenboim beim Shesh-Besh-Spiel, einer im Nahen Osten weit verbreitete Backgammon-Variante. Der junge israelische Dirigent und Pianist, so die Bildunterschrift, wünscht seinem kranken Mentor Mazel Tov. Barenboim, vor allem aber auch Zubin Metha gehören zu jenen, die dem 34-jährigen Hochbegabten aus Tel Aviv, der in Berlin lebt, den Weg zu einer steilen Karriere geebnet haben. So wurde Shani zur Saison 2020/21 Mehtas Nachfolger als Chefdirigent des berühmten Israel Philharmonic Orchestra. Könnte ihm Mehta nun eine weitere Tür aufgestoßen haben? Zu den Münchner Philharmonikern, deren Ehrendirigent der 86-Jährige ist?

Nach Medienberichten seien die Philharmoniker, die nach dem Weggang des Putin-Freundes Valery Gergiev einen neuen Chefdirigent suchen, mit Lahav Shani kurz vor der Unterzeichnung eines Vertrags. Dazu erklärt der Orchester-Sprecher der Süddeutschen Zeitung knapp: "Wir kommentieren auch in diesem Fall keine Spekulationen über Personalien." Damit spielt er indirekt an auf die anderen "Personalien", die als Nachfolger Gergievs zuletzt gehandelt wurden: den Brite Daniel Harding und den Letten Andris Nelsons.

Lahav Shani, aktuell nicht nur in Tel Aviv sondern auch beim Rotterdam Philharmonic Orchestra Chef am Pult, ist kein Unbekannter für das Münchner Publikum. Im vergangenen September hinterließ der junge Israeli, der ohne Stab dirigiert, großen Eindruck bei einem Konzert mit den Philharmonikern in der Isarphilharmonie. Zuvor im März leitete er dort ein bewegendes Ukraine-Benefizkonzert mit Anne-Sophie Mutter. Die Star-Violinistin hatte für den Abend Mitglieder der drei großen Orchester Münchens zusammengerufen.

In dieser Woche gastiert Lahav Shani nun wieder in München. Am Donnerstag, 19., und Freitag, 20. Januar, jeweils 20 Uhr, spielt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter seiner Leitung im Herkulessaal. Mit einem interessanten Programm: Zu hören sind John Adams' knapp vierminütige Hochgeschwindigkeits-Komposition "Short Ride in a Fast Machine" (1986), Samuel Barbers Violinkonzert, op. 14 (1941) mit dem israelisch-amerikanischen Geiger Gil Shaham als Solisten und schließlich Sergej Rachmaninows "Symphonische Tänze" (1941).

Für beide Konzerte im Herkulessaal gibt es noch Karten unter Tel. 590010880 oder www.br-ticket.de, BR-Klassik sendet das Konzert am Freitag live im Radio.

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