Münchner Traditionskabarett:Neuer Förderverein soll die Lach- & Schießgesellschaft retten

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Geht es weiter mit der Schwabinger Kabarettbühne? Ein neuer Verein um Christian Ude will es versuchen. (Foto: Axel Heimken/dpa)

Um den ehemaligen Münchner Oberbürgermeister Christian Ude hat sich ein Verein gegründet, der die Schwabinger Kabarettbühne am Laufen halten will. Es sollen Förderer gefunden und ein Programm organisiert werden.

Von Yvonne Poppek

Um die traditionsreiche Kabarettspielstätte Lach- & Schießgesellschaft zu retten, ist am Freitagabend ein Förderverein gegründet worden. Der Vorsitzende des neuen Vereins "Die Laden-Hüter" ist der ehemalige Oberbürgermeister Christian Ude. Das Ziel ist, ein Programm aus mehreren Kulturgenres anzubieten, um die Lach- & Schieß am Laufen zu halten. "Es soll ein attraktives Programm geben, um diese Stätte des deutschen Kabaretts lebendig zu halten", sagte Ude. Dies soll nur für die Zeit des Übergangs gelten. Die Zukunft der Kabarettbühne und ihre weitere Präsentation sei Sache der Gesellschafter, betonte Ude.

Die Lach- & Schießgesellschaft war, wie im Februar bekannt wurde, in finanzielle Schieflage geraten. Der Spielbetrieb wurde eingestellt. Unter den drei Gesellschaftern Bruno Jonas und Laila Nöth auf der einen und Stefan Hanitzsch auf der anderen Seite hatte es Meinungsverschiedenheiten gegeben. Im März wurde ein vorläufiges Insolvenzverfahren auf Antrag von Jonas und Nöth eröffnet. Der bundesweit bekannten Spielstätte droht das Aus.

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Dies wollen die "Laden-Hüter" nun verhindern. Seit 10. März sei er aktiv geworden auf die Bitte von Bruno Jonas hin, sagt Ude. Es sei nun gelungen, "nicht alle, aber sehr viele Akteure einzufangen". Bei der Gründung dabei waren unter anderem die beiden Gesellschafter Jonas und Nöth. Weitere Gründungsmitglieder sind Renate Hildebrandt, Witwe des Gründers der Lach- & Schießgesellschaft Dieter Hildebrandt, der ehemalige bayerische Kunstminister Wolfgang Heubisch, Ulrich Spandau vom Forum Humor, der ehemalige Literaturhausleiter Reinhard Wittmann oder auch Christian Schultz, der beim Bayerischen Rundfunk lange Zeit für Kabarett zuständig war. Stellvertretende Vorsitzende sind SPD-Stadtrat Lars Mentrup und der Lyriker und Musiker Jörn Pfennig. Unterstützung beim Programm haben der Kabarettist André Hartmann, Liedermacher und Stadtrat Roland Hefter und Metropoltheater-Intendant Jochen Schölch zugesagt.

Die Liste der Unterstützer ist also namhaft. Sie wollen nun dafür sorgen, dass die Bühne mit Musik, Lesungen und Kabarett bespielt wird, für die Finanzierung werden Unterstützer gesucht. Da die Gesellschafter selbst keine Risiken eingehen und Ausgaben tätigen dürfen, soll der Verein die Künstler buchen und bezahlen. Fest steht: "Es darf kein Euro zu Lasten der Gläubiger gehen", sagt Ude. Der "Laden-Hüter"-Vorsitzende rechnet damit, dass dieses Interimsmodell im Sommer beginnen könne und dann bis Ende des Jahres dauere.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung wurde Renate Hildebrandt als "Tochter von Dieter Hildebrandt" bezeichnet - sie ist dessen Witwe. Wir haben das im Text korrigiert.

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