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L'Arancineria:In der Türkenstraße schmeckt es wie in Sizilien

Die Arancini sind für Filippo D'Orto ein Stück Heimat.

(Foto: Catherina Hess)

In der Maxvorstadt hat die Arancineria eröffnet. Hier dreht sich alles um eine süditalienische Streetfood-Spezialität: panierte Risottobällchen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Kritik ist veraltet. Die Arancineria gibt es nicht mehr.

Als Filippo D'Orto noch ein kleiner Junge war, vermisste er bei Familienbesuchen oft seine geliebten Arancini. Die Oma nämlich lebte in München und sizilianische Risottobällchen waren da weit und breit nicht in Sicht.

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D'Orto, halb Sizilianer, halb Berliner, fasste also schon als Teenager den Beschluss, hier später einmal eine Arancineria aufzumachen. Eine nördlichste Stadt Italiens ohne die süditalienische Streetfood-Spezialität, so sollte es nicht weitergehen. Ein BWL-Studium, eine Ausbildung und zahlreiche Jobs in der Hotellerie und Gastronomie später prangen jetzt "L'Arancineria Monaco"-Aufkleber auf Schaufenstern in der Türkenstraße.

Dahinter ein schmales Café, dominiert von einem langgezogenen Tresen, hinter dem sich frittierte Reisbällchen aneinanderschmiegen. Ein paar Hochtische dazu, guter Kaffee und Aperitivo-Angebote, va bene. Läuft, läuft gut.

Für seine Idee hat sich D'Orto mit zwei gastroversierten Freunden zusammengetan, Benedikt Proeller, der für die Idee das "Belicious Burger" aufgegeben hat, und Timo Schmitt. Von Hand gerollt werden die Arancini in Sizilien, mit Gemüse, das anständig Sonne getankt hat. Die Rohlinge werden dann in die Türkenstraße geliefert. "Es soll eben wirklich schmecken wie in Sizilien", sagt D'Orto.

Natürlich gab es schon ein paar wenige Anlaufstellen für die Risottobällchen in der Stadt. Die Pasticceria Lu e Lu in Laim beispielsweise. Aber keinen so zentralen Ort. Keinen, der sich die frittierten Bällchen zum Thema gemacht hat. Zur Eröffnung der Arancineria letzte Woche, an einem sonnigen Samstag, gehen die meisten Bestellungen auf Italienisch über den Tresen. Arancini, das bedeutet für viele Italiener in München ein Stück Heimat.

Eine Variante ist mit Spaghetti gefüllt

"Es ist ein Stück Familientradition, etwas Emotionales", sagt Filippo D'Orto. "Zuhause hat oft die Mamma oder die Nonna Arancini zubereitet." Arancino, das heißt so viel wie "kleine Orange". An die Frucht erinnern die panierten Kugeln von außen. Gefüllt sind die Risottobällchen dann etwa mit Schinken oder Spinat mit Mozzarella, Rinderhack oder Aubergine mit Tomate.

Eine Variante ist mit Spaghetti gefüllt, für Gäste, die keinen Reis mögen. Zu jedem Arancino wird in der Karte eine kleine Geschichte erzählt. Designt ist sie mit alten D'Orto-Familienfotos und Briefen, die sich seine Großeltern mütterlicherseits im Krieg schrieben.

Ein Arancino geht für 2,90 Euro über den Tresen, dazu gibt es verschiedene Angebote: Sechs plus ein Arancino Spaghetto für 19,90 oder ein kleines italienisches Frühstück, ein Cappuccino und ein Cannolo für 3,90. Neben den sizilianischen Spezialitäten soll aber auch das Lebensgefühl Einzug halten in der Türkenstraße.

Es gibt einen täglichen Aperitivo ab 17 Uhr mit Drinks wie einem Mezzodi Spritz oder einem Etna Tonic und Kleinigkeiten, sonntags Torten, eine sette veli mit sieben Schichten Schokolade und Nougat zum Beispiel. Einen Espresso am Tresen bekommen die Gäste unter der Woche ab acht Uhr morgens, zum Wachwerden.

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Der Kaffee kommt übrigens von der Münchner Rösterei Emilo. So viel nördlichste Stadt Italiens darf sein, sogar in einem sehr sizilianischen Lokal.