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Kurzzeitpächter für Museumscafé:Das ist das neue Café in der Pinakothek der Moderne

Zumindest bis Jahresende hat das Café in der Pinakothek der Moderne wieder auf. Kaffee und Kuchen kommen vom Café Münchner Freiheit.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Nach monatelangem Leerstand ist das Café wieder bewirtschaftet - aber voraussichtlich nur bis Ende des Jahres.

Als Gastronom wünscht man sich so etwas eigentlich: ein Café mit garantiertem Publikumsandrang. Sprich: ein Museumscafé in einem international bekannten, gut besuchten Ausstellungshaus wie der Pinakothek der Moderne.

Doch so einfach, wie es zu sein scheint, ist die Sache wohl doch nicht. Denn der Freistaat hat offensichtlich Probleme, für seine Cafeteria in der dritten Pinakothek dauerhaft einen Pächter zu finden. Die vergangenen drei Monate war es geschlossen, inzwischen hat es wieder geöffnet, für ein knappes Jahr zunächst.

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Das Malheur begann vor knapp zwei Jahren, im Mai 2016. Da ging der damalige Pächter, die Café Moderne GmbH & Co. KG, in Insolvenz. Ihr folgte kurz darauf die dazugehörige Betriebsgesellschaft Café Mod, das Amtsgericht lehnte die Eröffnung des Insolvenzverfahrens allerdings "mangels Masse" ab. Geschäftsführer beider Gesellschaften war Michael Schottenhamel - nicht zu verwechseln mit dem fast gleichnamigen Wiesnwirt Michael Florian Schottenhamel.

Dessen Namensvetter ist ein Halbneffe und, geschäftlich gesehen, so etwas wie das schwarze Schaf der Familie: Seit 2007 gründete er immer wieder verschiedenste Firmen, die oft den Namen wechselten und häufig Insolvenz anmelden mussten; der Gerichtsvollzieher tauchte des öfteren am Firmensitz in der Münchner Altstadt auf. Schließlich kündigte der Insolvenzverwalter 2016 auch den Pachtvertrag für die Pinakothek der Moderne. "Ansprüche des Freistaats wurden bislang nicht gerichtlich geltend gemacht", teilt Dieter Knauer, der Geschäftsführer von Immobilien Freistaat Bayern mit, die Trägergesellschaft verwaltet die Liegenschaften des Landes.

Dann stieg 2017 der Münchner Edelcaterer Dahlmann ein, der besonders attraktive Räume wie die große Rotunde ohnehin schon für exklusive Feste vermarktete und betreute. Sein "Daily Pop Up Café" sollte den Wintergarten für die Zeit bis zur geplanten Renovierung übernehmen. Nach 15 Jahren Dauerbetrieb war das Café schon sanierungsbedürftig. Die Planung dafür läuft aber noch, die Arbeiten sollen, so Dieter Knauer, "aus heutiger Sicht im Jahr 2019 durchgeführt werden".

Da ist es zwar noch etwas hin, aber Dahlmann kündigte laut Knauer von sich aus bereits zum Ende vergangenen Jahres. Dahlmann-Sprecherin Jekaterina Kraus sagt, man konzentriere sich nun "auf das Kerngeschäft Catering", bleibe aber "kulinarischer Exklusivpartner" für die übrigen Räumlichkeiten. Im Café selbst habe man bislang keine frischen Speisen zubereiten können, "da kann man eigentlich nur Kaffee und Kuchen anbieten".

Nun ist nach einem Vierteljahr Pause wieder Betrieb im Café, die Gebrüder Eisenrieder, die auch das Café Münchner Freiheit betreiben, sind eingesprungen, aber auch nur für ein Jahr. Dann wird der Wintergarten wohl wieder geschlossen, denn dann steht ja die Renovierung an. Dieter Knauer von der Immobilien Bayern sagt: "Nach Durchführung der baulichen Maßnahmen soll der Cafébetrieb dann langfristig öffentlich ausgeschrieben werden."

© SZ vom 05.04.2018/vewo
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