Es war für Befürworter wie für Gegner ein gefundenes Fressen: Proteste auf der Galeriestraße, Parolen an den Wänden, heiße Debatten zwischen den Mitgliedern, Anträge von Vorständen, Drohungen von Politikern, der Rücktritt eines Direktors - beim Kunstverein ging's in den Siebzigerjahren ganz schön zur Sache. "Stunk im Münchner Kunstverein." "Ab heute wieder Remmidemmi." Das waren nur zwei der Zeitungs-Schlagzeilen über den 1823 gegründeten Verein, der einer der ältesten seiner Art ist und lange als "altehrwürdige und lahmbrave Institution" (so die SZ 1969) galt. Was war passiert?
200 Jahre Kunstverein MünchenDie Tage, als die Fetzen flogen
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Maurin Dietrich ist seit 2019 Direktorin des Kunstvereins München.
Manuel NieberleWarum Ludwig I. im Kunstverein Druck machte, das bayerische Kultusministerium die Förderung strich und die 68er dort ebenso zu Hause waren wie die gut-bürgerliche Gesellschaft: Der Münchner Kunstverein hat sein Archiv durchforstet und 1001 Geschichten entdeckt.
Von Evelyn Vogel
