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Kunst der Pause:Song-Texte im Homeoffice

Schandmaul

Wenn er „Herr der Ringe“ ausgelesen hat, bleibt Thomas Lindner immer noch Unkraut zupfen.

(Foto: Robert Eikelpoth)

"Schandmaul"-Sänger Thomas Lindner plant vor

Das Kulturleben steht still. Zumindest äußerlich. Innerlich, in den Stuben und Köpfen der Künstler geht es natürlich weiter. Die Serie "Kunst der Pause" befragt die Kreativen ohne Bühne, die Dirigenten ohne Orchester, die Schauspieler ohne Set, die Kuratoren ohne Galerien, was sie nun tun. Thomas Lindner ist Sänger der Münchner Band Schandmaul.

SZ: Woran wollten Sie in diesen Tagen arbeiten, wenn durch Corona nicht alles lahmgelegt worden wäre?

Thomas Lindner: Wir schreiben und arrangieren zur Zeit intensiv an neuen Liedern für das nächste Album. Des Weiteren wollten wir uns probetechnisch fit machen für den Festival-Sommer. Letzterer fällt nun aller Voraussicht nach komplett aus ... das ist also schon einmal hinfällig.

Was machen Sie jetzt stattdessen?

An neuen Liedern schreiben und für Texte recherchieren können wir weiterhin - halt jeder für sich. Es gibt auch sonst viel zu tun, was man vom Homeoffice aus erledigen kann - vor allem Organisatorisches.

Was hilft Ihnen gegen triste Gedanken in diesen Tagen?

Die Familie, das schöne Wetter, die Zeit im Garten - man entwickelt plötzlich eine Leidenschaft für Dinge, an die man unter normalen Umständen nicht einen Gedanken verschwendet hätte: Unkraut zupfen zum Beispiel.

Worauf freuen Sie sich jetzt schon, wenn das kulturelle Leben wieder aufgenommen wird?

Das ist in unserem Fall einfach: Wir können wieder Geld verdienen gehen!

Haben Sie einen besonderen CD-, Buch-, Musik-, Streaming-, Handarbeits-Tipp für all uns Stubenhocker wider Willen?

Ich habe mir alte Schinken in die Wiedervorlage gelegt. Ich lese zur Zeit zum gefühlt hundertsten Male "Herr der Ringe", schaue mir zu Zeit eine alte, neun Staffeln umfassende TV-Serie mit Kiefer Sutherland, namens "24" erneut an und versinke in einer Wiederaufarbeitung meiner umfassenden Hörspiel-Sammlung. Wir kriegen das schon hin!

© SZ vom 01.04.2020

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