Wenn Martina Hellriegel ins Museum geht, bleibt da immer ein Zweifel: „Ich weiß einfach nicht: Entspricht die Vorstellung in meinem Kopf der Realität?“ Denn wenn sie durch ein Museum geht, sieht sie keine Bilder. Sie hört Beschreibungen, ertastet Materialien, folgt Stimmen. Kunst entsteht für sie im Kopf.
Martina Hellriegel ist blind. Was sie wahrnimmt, hängt davon ab, wie gut andere beschreiben können. Von der Stimme im Audioguide, vom Wissen einer Museumsführerin, vom Kontext, der ein Bild erst verständlich macht. „Ich glaube, mir ist weniger wichtig, wie gut ein Bild ist“, sagt sie. „Sondern das, was drum herum ist.“ Trotzdem spielt Kultur eine wichtige Rolle in Hellriegels Leben. Doch wie vermittelt man Kunst an jene, die sie nicht sehen können – und wie nehmen blinde Menschen Kunst wahr?
Im Museum mit BlindenWie sieht man Kunst, wenn man nichts sieht?
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Wie erlebt man Bilder, wenn man sie nicht mit eigenen Augen sehen kann? Martina Hellriegel ist blind und doch ist sie eine leidenschaftliche Museumsbesucherin. Geschichten, Stimmen, Materialien – so entsteht für sie Kunst, ganz ohne zu sehen.
Von Benedikt Karl
