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Kunst aus der Au:Pixel in der Pinakothek

Seit zehn Jahren steckt das Künstlerpaar Friederike & Uwe die Wirklichkeit mit Plastikplättchen nach. Inzwischen so erfolgreich, dass sich auch die Pinakothek für die Werke interessiert.

Varinia Bernau

13 Bilder

Ministeck

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Die Welt des Münchner Künstlerpaares Friederike & Uwe passt in 23 Farben. So viele verschiedene Töne nämlich hat die Ministeck-Palette - und die ist für Friederike & Uwe das, was der Tuschkasten für einen Maler ist. Seit zehn Jahren inszenieren Friederike Doppheide und Uwe Wulz ihre Kunst in Plastikpixeln, die aufgesteckt werden. Die Idee dazu...

Fotos: Friederiker & Uwe, Text: Varinia Bernau

Ministeck

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...kam den beiden zufällig: Als sie eines ihrer Fotos am Computer bearbeiteten, da fühlten sie sich an Ministeck erinnert - die bunten Bastelbretter aus den siebziger Jahren. Vielleicht, sagt Friederike Doppheide heute in ihrem Atelier in der Au, habe sie sich auch deshalb mit so viel Wonne in die Plastikwelten gestürzt, weil...

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...es in ihrer eigenenen Kinderstube damals nur Holzspielzeug gab. Das Künstlerpaar beschloss also, aus den digitalen Bits analoge Bilder zu machen. Die Plastikplättchen des Ministecks erschienen den beiden dafür als das ideale Material. Nur: Wo sollten sie das finden, noch dazu so viel davon?

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Zunächst suchten Friederike & Uwe auf Flohmärkten. Dann schrieben sie eine Vertriebsfirma an. Die ging jedoch pleite, noch bevor sie eine Antwort schicken konnte. Später fischte die Herstellerfirma Ministeck in Nürnberg die Anfrage der Künstler aus der Konkursmasse - und war von dem Projekt begeistert. Seither unterstützt die Firma das Künstlerpaar materiell - und lässt die beiden inzwischen auch...

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...Prototypen für neue Ministeckbilder entwerfen. Die Motive ihrer Kunstwerke eignen sich für Kinderbastelstunden jedoch nur bedingt: Neben Tulpen und Geburtstagskuchen am Strand pixeln Friederike & Uwe auch...

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...Bilder brutalster Gewalt: Prügeleien zwischen Hooligans und Polizisten zum Beispiel. Nach den Terroranschlägen in London haben die beiden...

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...Pressefotos mit bunten Plastikplättchen nachgesteckt. Etwa jenes, das im Sommer 2005 auf den Titelblättern mehrerer Zeitungen zu sehen war und eine verletzte Frau hinter einer weißen Maske zeigte. Eine andere Serie...

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...bildet Screenshots von digitalen Ballerspielen ab: Da liegt dann...

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...eine blutige Leiche auf einem Bett, fast so anmutig wie die Muse eines impressionistischen Malers. In einer Farbigkeit, dass dem Betrachter die Augen schmerzen.

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Vor einem fertigen Ministeckbild wie dem von Batman und seinem Freund Robin stehen unzählige Variationen, in denen Friederike & Uwe Bilder in Pixel übersetzen. Meist kommen sie mit sechs bis neun Farben aus. Mehrere Millionen Stecker haben die beiden in ihren Kunstwerken schon verarbeitet. Für einen Bildausschnitt, groß wie ein Schulheft, haben Friederike & Uwe einen ganzen Tag lang zu tun.

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Und auch für die dünnen Reste einer Ministeckplatte, aus der die beiden bereits alle Stecker entfernt haben, finden die Künstler noch Verwendung: Sie sortieren sie zu Blumensträußen.

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Für die größten ihrer Kunstwerke allerdings greifen sie auf ein anderes Material zurück: ebenfalls bunt - und ebenfalls aus Plastik. Die Schraubverschlüsse von Plastikflaschen dienen ihnen als Steckmaterial. Auch für Skulpturen.

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Friederike & Uwe haben für ihre Bilder die einzelnen Plastikstecker in Grundplatten gepresst, damit sie nicht wieder hinausfallen. Das hält eine Ewigkeit - und ist je nach Größe zwischen 1500 und 4000 Euro wert. Kürzlich hat sogar die Pinakothek der Moderne eines der Werke für ihre Sammlung angekauft..

Noch bis zum 3. Mai zeigt das Stadtmuseum Deggendorf eine umfassende Werkschau des Münchner Künstlerpaares.

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