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Kundgebung an der Feldherrnhalle:Münchner AfD macht Strauß zu einem der ihren

April 16 2016 The right wing party AfD held a rally on Odeonsplatz Munich today Party functionar

Auch glatzköpfige Teilnehmer waren bei der AfD-Kundgebung in München zu sehen.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Nur 80 AfD-Anhänger protestieren vor der Feldherrnhalle gegen die Politik der Kanzlerin. Am Rande der Kundgebung denkt Islamfeind Stürzenberger über einen Rückzug nach.

Die AfD will 2017 mit "mehr als 100 Abgeordneten" in den Bundestag einziehen, so viele müssten es aus Sicht der Partei schon sein, wenn man die Zahlen der jüngsten drei Landtagswahlen hochgerechnet. Bei der ersten Kundgebung in München seither hält sich der Andrang jedoch in Grenzen: Nur etwa 80 Anhänger und Funktionäre der Rechtskonservativen haben sich unter dem Motto "Für ein sicheres München" vor der Feldherrnhalle versammelt, unter ihnen auch glatzköpfige Teilnehmer, uniformiert als "Bündnis Deutscher Patrioten". Die Polizei zählte im Gegensatz dazu etwa 100 linke Gegendemonstranten - und stellte selbst den allergrößten Personalanteil auf dem Odeonsplatz.

Kritik an Angela Merkels Flüchtlingspolitik und den von ihr "illegal ausgesetzten Grenzkontrollen", Euro-Unzufriedenheit, der Ruf nach scharfen Reaktionen auf Migranten-Kriminalität - das sind die Kernthemen der Kundgebung, die wohl sehr groß angelegt war. Dabei seien die Mitgliederzahlen der Partei auch nach den Landtagswahlen in München geblieben, wie sie waren, wie AfD-Kreisvorsitzende übereinstimmend bestätigen. München zählt vier AfD-Kreisverbände mit je 80 bis 100 Mitgliedern, der Kreisverband München-Land zählt noch einmal rund 100.

Islamgegner Stürzenberger denkt über einen Rückzug nach

AfD-Landeschef Petr Bystron höhnte in Richtung CSU, dass deren einstige Leitfigur Franz Josef Strauß "heute in der AfD wäre". Bystron suggerierte, dass die AfD mittlerweile den Job der CSU mache. Der AfD-Bezirksvorsitzende Florian Jäger kündigte gar an, "wir werden die CSU in Bayern langfristig als Regierungspartei ablösen."

Ein Zuhörer hörte besonders aufmerksam zu, als Bystron über die Integrationspolitik der Bundesregierung sprach: der Islamgegner Michael Stürzenberger. Er gab am Rande der Veranstaltung Überraschendes von sich. Ihm gefalle, dass die AfD dabei sei, "die Islamkritik in ihr Parteiprogramm aufzunehmen", und wenn dies am 29. April beim AfD-Parteitag in Stuttgart geschehe, dann sehe er "die Mission meiner Partei ,Die Freiheit' eigentlich als erledigt an".

Die "Warnung vor der Ideologie des Islam" sei das einzige Thema seiner Partei. Wenn zudem die Bauherren bis zum Sommer das Geld für den Bau eines Islamzentrums in München nicht zusammen bekämen, dann könne es sein, dass er sich zurückziehe. Eine Funktion in der AfD schließe er "nicht ganz aus", er rechne aber damit, "dass mich der Verfassungsschutz noch Jahre beobachtet - und das möchte ich der AfD eigentlich ersparen". Er habe noch nicht mit der AfD geredet, so Stürzenberger, er verfolge nun einfach, was sich in der AfD tue.

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