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Kulturreferat:Stadtbüchereien sollen künftig auch samstags öffnen

Ein ewiger Quell von Strafgebühren: Die Stadtteilbibliotheken - wie hier in Laim - haben bisher nur unter der Woche geöffnet.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Die Münchner Stadtteilbibliotheken sollen künftig auch samstags geöffnet sein. Bisher ist das nur in der Zentrale im Gasteig so.
  • Aus Ausgleich bleiben die Filialen dafür montags geschlossen.
  • Für die Änderung sind 22 neue Stellen notwendig. Ob die finanzierbar sind, ist noch unklar.

Alle Stadtteilbüchereien sollen künftig samstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet haben - bislang ist das nur in der Zentrale im Gasteig so. Das will das Kulturreferat nun ändern und folgt damit einem Antrag der SPD-Fraktion im Stadtrat. Dafür werden die Stadtteilbüchereien künftig am Montag geschlossen bleiben, an diesem Tag werden dann Arbeiten erledigt, die nicht mit Publikumsverkehr verbunden sind.

Dafür brauchen die Stadtbüchereien allerdings trotzdem noch 22 zusätzliche Stellen in den nächsten drei Jahren, und die will sich Kulturreferent Hans-Georg Küppers an diesem Donnerstag vom Kulturausschuss des Stadtrats genehmigen lassen.

Ob es dazu kommt, ist allerdings noch ungewiss. Denn die CSU-Fraktion hat bereits angekündigt, den Beschluss darüber vertagen zu wollen. Wegen der angespannten Haushaltslage möchte sie noch einmal prüfen, "ob es nicht doch günstiger geht", so CSU-Stadtrat Marian Offman: "Natürlich ist eine Samstagsöffnung sinnvoll. Aber sie muss schon auch finanzierbar sein." SPD-Kultursprecher Klaus-Peter Rupp sagt, seine Fraktion wolle der Stellenausweitung zustimmen, werde sich aber nicht gegen eine Vertagung sperren.

Die rund zehnprozentige Stellenausweitung wirkt auf den ersten Blick sehr viel, weil die Gesamtzahl der Wochenstunden, an denen die Bibliotheken dann geöffnet sind - bislang 41 -, gleich bleiben soll. Das hat aber damit zu tun, dass es bei der Stadtbibliothek mit der Samstagsöffnung dann auch in den 21 Filialen künftig sechs statt bisher fünf Arbeitstage pro Woche geben wird und viel Arbeit geleistet werden muss, die nichts mit Publikumsverkehr zu tun hat.

Ohne Stellenausweitungen könnte überdies das Arbeitszeitgesetz nur noch schwer eingehalten werden. Dies ginge nur, wenn jeder Mitarbeiter jeden Samstag arbeiten würde.

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