Festival:Litauens Kultur entdecken

Festival: Die litauische Autorin Rasa Askinyte.

Die litauische Autorin Rasa Askinyte.

(Foto: Enrika Samulionyte/Litauisches Kulturinstitut)

Literatur- und Jazznächte in Rahmen des litauisch-bayerischen Kulturjahres.

Von Oliver Hochkeppel, München

Seit März läuft das Kulturjahr "Ohne Distanz: Litauische Kultur in Bayern 2021" . Das Ziel: das vom Litauischen Kulturinstitut beschworene "internationalen Renommee" der Künste in dem baltischen Land noch weiter zu fördern. Dafür ist man in Kooperationen mit zahlreichen Einrichtungen In München eingegangen. Aktuell können Kulturfans dabei Literatur und Jazz entdecken.

So präsentiert die Litauische Literaturnacht am 23. September um 19 Uhr im Literaturhaus drei starke literarische Stimmen des baltischen Landes. Einmal den 1977 geborenen Rimantas Kmita, der außer als Schriftsteller auch als Literaturkritiker unter anderem fürs litauische Nationalradio arbeitet. Er stellt seinen 2019 auch auf Deutsch erschienenen Debütroman "Chroniken des Südviertels" vor. Der erzählt mit Elan und im Slang der Zeit von der Jugendszene seiner Heimatstadt Šiauliai in den Neunzigerjahren, also der Aufbruchzeit nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit. In Litauen war das Buch ein Bestseller.

Mehrfach preisgekrönt ist bereits die 1973 geborene Belletristin Rasa Aškinytė, die ihren soeben erschienenen historischen Roman "Kleines Bernstein" präsentiert. Schließlich steht auch ein Werk des 1961 gestorbenen Literaten Antanas Škėma auf dem Programm. In Litauen vergleicht man ihn mit Albert Camus: Die Schauspieler Sabrina Khalil und Michael Kranz lesen aus seinem Werk "Apokalyptische Variationen". Durch den Abend führt die Journalistin und Schriftstellerin Elke Schmitter, und zwischendurch gibt es Kostproben der litauischen Jazz-Band Brave Noises.

Festival: Der litauische Jazzpianist Dmitrij Golovanov.

Der litauische Jazzpianist Dmitrij Golovanov.

(Foto: El Artography/Litauisches Kulturinstitut)

Die darf dann tags darauf abendfüllend ran, als Auftakt der dreitägigen "Lithuanian Jazz Nights" in der Unterfahrt (Einsteinstraße 42, Beginn jeweils 20.30 Uhr). Hinter den gar nicht so braven, eher multistilistisch mutigen Brave Noises stecken sechs junge litauische Musiker rund um den Keyboarder Mantvydas Pranulis. Er komponiert die meisten Stücke der Band, die schon in ihrem Gründungsjahr den Wettbewerb "Vilnius Jazz Young Power" gewann. Auf sie folgt Viktorija Gécytė mit ihrer französischen Band The Vibe Tribe - lebt die Sängerin doch seit 2008 in Frankreich. In ihren Songs finden sich vorwiegend die Einflüsse wieder, die sie einst auf den Jazzfestivals ihrer Heimat aufschnappte.

Auch hierzulande ist Gécytė nicht unbekannt: Schon 2018 führte sie mit der HR-Bigband "Tales From Lithuania" auf. Zum Abschluss tritt der Pianist Dmitrij Golovanov auf. Er ist eine der zentralen Figuren der Jazzszene Litauens, er studierte bei Ritchie Beirach, trat bereits mit Größen wie Seamus Blake oder Byron Wallen auf und stellt hier sein Solo-Album "Heritage" vor.

© SZ/her
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