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Kulturförderung:Der schnelle Weg zum Kulturgeld

Bayern fördert über 100 Projekte und erhöht die Gesamtsumme

Von Sabine Reithmaier

Die Ablehnungsquote ist wirklich niedrig: Nur 0,8 Prozent der Förderanträge an den Kulturfonds Bayern wurden negativ beschieden. Genau genommen sei nur ein einziges Projekt durch das Raster gefallen, präzisierte Kunstminister Bernd Sibler, als er im Kunstausschuss des Landtags die Zuwendungen aus dem Kulturfonds Bayern vorstellte. Auch das nur, weil es schon durch ein anderes Programm finanziell unterstützt wird. Damit fördert der Freistaat mit 6,8 Millionen Euro - und damit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr - 104 Kunst- und Kulturprojekte in ganz Bayern.

Der Kulturfonds Bayern ist ein tolles Förderinstrument, ermöglicht er es doch auch kleineren Initiativen, relativ unkompliziert Zuschussanträge zu stellen. Die Projekte müssen allerdings eine überregionale Ausstrahlung besitzen, über einer Bagatellgrenze von 10 000 Euro liegen und nicht in München oder Nürnberg beheimatet sein. Dort werden Maßnahmen nur gefördert, wenn sie eine bayernweite Bedeutung haben, ein Umstand, der alljährlich im Kunstausschuss für kleine Diskussionen sorgt.

Spitzenreiter, was die Fördersumme betrifft, ist in diesem Jahr mit 2, 3 Millionen Euro Schwaben, gefolgt von der Oberpfalz mit 1,4 Millionen Euro. Das Schlusslicht bildet Niederbayern mit 189 200 Euro. Von einem Heimvorteil für seinen eigenen Bezirk könne man nicht sprechen, konstatierte der Niederbayer Sibler. Aber die Vergabe spiegle eben das regionale Antragsgeschehen, sehe also jedes Jahr anders aus.

Sehr viel Geld fließt in Baumaßnahmen. Deren oft fortlaufende Förderung kritisierte die Grüne Sanne Kurz, denn dieses Geld wird ihrer Ansicht nach den eigentlich Kulturschaffenden abgezogen. Den größten Batzen mit einer Million Euro erhält in diesem Jahr das Stadtmuseum Lindau für seine Sanierung, unterstützt wird aber auch die Generalsanierung der Benediktinerabtei Plankstetten (190 000 Euro). Regensburg hat sich anscheinend derzeit auf Zentraldepots spezialisiert: Drei werden derzeit gebaut, zwei für die Museen von Stadt (220 000 Euro) und Diözese Regensburg (180 000 Euro), zudem eines für die Archive der Diözese (200 000 Euro). Zudem wird der Neubau des Regensburger Stadtarchivs gefördert (229 000 Euro).

Auch für Musik wird viel Geld ausgegeben. Das "Bayreuth Baroque Opera Festival", das im Vorjahr erstmals stattfand, sponsert der Freistaat beispielsweise mit 350 000 Euro. Das Mozartfest Würzburg erhält anlässlich seines 100-jährigen Bestehens 800 000 Euro, der Windsbacher Knabenchor versüßt sich sein 75-Jähriges mit 90 000 Euro.

Oberbayern begnügt sich heuer mit 643 500 Euro. Das kann 2022 schon wieder ganz anders sein.

© SZ vom 22.04.2021
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