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Kulturelles Trostpflaster:Film statt Filmriss

Von Josef Grübl

Es gibt die Wiesn und die Oide Wiesn, beide finden in Nicht-Corona-Jahren auf der Theresienwiese statt. Die eine steht für Bier, Blasmusik und bayerische Gemütlichkeit, die andere auch. Nur dass es auf der Oidn Wiesn ruhiger zugeht, nostalgischer. Auch die Oktoberfestfilme sind mal ruhiger und mal lauter, die einen richten den Blick nach vorn, andere nach hinten. Der Fernsehfilm "Kasimir und Karoline" basiert auf dem gleichnamigen Volksstück von Ödön von Horváth aus dem Jahr 1931, erzählt aber recht zeitgemäß von einem modernen Paar in der Krise. Gedreht wurde 2010 auf der Wiesn, mit kleinem Equipment und jungen Schauspielern, die heute Stars sind (Golo Euler, Christina Hecke, Robert Gwisdek). Jede Menge Stars gibt es auch im Fernseh-Sechsteiler "Oktoberfest 1900" zu besichtigen (Martina Gedeck, Mišel Matičević, Brigitte Hobmeier), hier ist der Blick aber rückwärtsgewandt: Es geht um den Kampf zweier Bierdynastien im München der Jahrhundertwende, die Menschen feiern, lieben, intrigieren oder morden. Gedreht wurde vergangenes Jahr, allerdings nicht auf der Theresienwiese, sondern in Prag.

© SZ vom 19.09.2020

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