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Kulturbühne Ubo 9:Drei Trios und zwei Solo-Künstler

UBo9

Auftakt mit Ludwig W. Müller: Der preisgekrönte Kabarettist tritt am Freitag im Ubo 9 auf.

(Foto: Thomas Brand/oh)

Auf der Kulturbühne Ubo 9 wird im September wieder live gespielt

Von Berthold Neff, Aubing

Die Abstände sind gewahrt, die Lüftung ist umgestellt, die Raumluft wohltemperiert: Mit einem vielseitigen Programm präsentiert sich die kleine Aubinger Kulturbühne Ubo 9, Ubostraße 9, wieder live ihrem Publikum, der Kartenvorverkauf bei www.ticketino.de ist gestartet. 40 Zuschauer sind zugelassen und dürfen sich auf einen Mix aus Bewährtem und Neuem freuen. Lustig wird es zum Start am Freitag, 4. September, bei der Lach-Lounge, die von Jaromir Konecny moderiert wird und bei der ein Trio auftritt.

Wolfgang Ludwig Müller, Kabarettist und Schüttelreimer, wurde für seinen Wortwitz schon mit Preisen überhäuft (Salzburger Stier, Österreichischer Kabarettpreis, Passauer Scharfrichterbeil). Der Franke Christoph Maul bringt Themen und Situationen, die jeder aus seinem Alltag kennt, auf ganz spezielle Weise zusammen und spinnt daraus aberwitzige Geschichten, die er auch schon im Ubo 9 präsentiert hat. Horst Eberl ist ein bayerischer Liedermacher und Golfliedsänger. Ihm gelingt immer wieder der Spagat zwischen komisch-frechem Alltagserleben und dem nachdenklich stimmenden, kritischen Blick auf das Weltgeschehen. Einlass ist um 19.15 Uhr, die Karten kosten - wie fast bei jeder Veranstaltung - zehn Euro.

Auf ein Trio setzen die Ubo-9-Macher rund um Wolfgang Mayer vom Trägerverein Kulturnetz 22 auch eine Woche später, am Freitag, 11. September, 20 Uhr. Musiker aus drei Genres gestalten den Abend mit Solo- und Gemeinschaftsdarbietungen. Den Auftakt macht Elle A., die Anfang 2018 ihren ersten Soloauftritt hatte, mit Musik aus eigener Hand. Aus ihrer Liebe zur Oper und ihrer Begeisterung für ausdrucksstarken Chanson und tief wurzelnden Rock ist eine eingängige, nostalgische Mischung entstanden. Sebastian Klein entdeckte mit 14 Jahren seine Leidenschaft für die Gitarre und erzielte bei "Jugend musiziert" einen ersten Platz. Früh begonnen hat auch der Münchner Liedermacher Michael Bohlmann, der mit 16 Jahren seine ersten Songs im Dialekt schrieb. Für "Durchdraht" wurde er 2011 in Eisenstadt (Burgenland) mit dem Literaturpreis "Goldenes Kleeblatt gegen Gewalt" geehrt.

Ebenfalls zu dritt präsentieren sich am Freitag, 18. September, 19.30 Uhr, das Duo Natalie Elwood und Josef Reßle, sekundiert von Ruth Geiersberger mit ihrer Sprach-Performance. Elwood und Reßle bezauberten die Kritiker bereits mit ihren "ätherischen kleinen Meisterwerken", die man schlecht in Schubladen einordnen kann. Lyrik und Musik wechseln sich ab, spielen sich die Bälle zu.

Valentinesk geht es einen Tag später zu, beim Programm "Karl Valentins Liesl Karlstadt hat einen Neuen". Es gibt hintergründig-humorvolle Bühnenstücke von Karl Valentin zu sehen sowie amüsante Einblicke in sein Leben und Wirken mit seiner oft unterschätzten Bühnenpartnerin. Deren Rolle übernimmt Sissy Engl. Im Wechsel mit ihr trägt der Buchautor und Verleger Sigi Popp mit spaßigen Zwischentexten eigene kurze Lieder, Reimgedichte und Texte vor.

Zwei Solo-Künstler setzen die Schlusspunkte im September: Am Freitag, 25. September, 19.30 Uhr, präsentiert Rudi Vietz, der Chiemgau-Barde mit dem Hut, sein Programm: "Schicksalsjahre eines Heiseren" - Lieder und Storys aus dem Leben eines aufrechten Niederbayern. Tags darauf präsentiert Bumillo "Es muss rauschen oder: Die Zärtlichkeit des Hochdruckstrahls", ein - so die Veranstalter - lässiges Glitzerding, in dem zwischen Erzählteilen, Rap und innigen Appellen kluge Sprachspielereien im Wechsel mit Gesellschaftskritik aufblitzen".

© SZ vom 03.09.2020

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