bedeckt München 17°

Dokumentarfilm:Zwei Nasen, kein Mund

Ihrem eigenen Gesicht kommt Carlotta in Selbstporträts näher.

(Foto: Corso Film/oh)

Valentin Riedl, Neurowissenschaftler und Filmemacher, hat fünf Jahre lang an der Doku "Lost in Face" über die gesichtsblinde Künstlerin Carlotta gedreht. Eine stille Annäherung an eine ungewöhnliche Frau.

Von Jutta Czeguhn

Carlotta sitzt da, den Zeichenblock an ihre Brust gepresst. Sie fixiert den Mann ihr gegenüber, Valentin Riedl. Ruhig scannen ihre Augen sein Gesicht ab, während ihre rechte Hand den Stift in kleinen Kringeln, Stakkatostrichen, Punkten über das Papier führt. Wie eine unbestechliche Druckernadel, welche die Befehle eines Scanners ausführt. Durch diese Technik kann Carlotta zwar nicht direkt sehen, was auf dem Blatt entsteht, und doch hat sie die Kontrolle. Ja, eigentlich ist es ihre einzige Chance, dieses Porträt zu zeichnen. Denn würde sie, wie es sonst die Künstler tun, den Blick auch nur einen Moment zwischen der Person und dem Papier wandern lassen, sie hätte das Gesicht sofort vergessen. Carlotta ist gesichtsblind.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
ohridsee,kirche des heiligen johann von kaneo *** lake ohrid uxj-hjt
Ohridsee
Ein Ökosystem stirbt
Heinz Strunk
Heinz Strunk
"Manchmal kam ich vor heller Angst nicht aus dem Bett"
Robert Habeck, co-leader of Germany's Green Party, visits solar park in Lottorf
Robert Habeck
Dem Geld eine Richtung geben
Mann mit toter Tochter
Durch alle Instanzen
Julia ist nicht mehr da
Populismus
Die Einsamkeit der Querdenker
Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB