bedeckt München
vgwortpixel

Kultur:Kunst mit der Kettensäge

Am Wochenende öffnen überall im Viertel Ateliers, Werkstätten und auch Kirchen ihre Türen. Ein zentrales Ausstellungszentrum wie den Bunker oder das Kontorhaus gibt es diesmal allerdings nicht

Kettensägewerke von Elsa Sophia Nietmann, Kupferschmuck von Oreste, digitale Malerei von Furio Torracchi - in Sendling kann man am Wochenende nachmittags und abends in viele Kunsträume eintauchen. An 40 Stationen öffnen Künstlerinnen und Künstler ihre Türen zu Ateliers und Werkstätten, laden in ihre Privatwohnungen und Ladenbüros ein. Die Ausstellungen sind an diesem Freitag, 11. Oktober, von 18 bis 22 Uhr geöffnet, am Samstag, 12. Oktober, von 14 bis 22 Uhr und am Sonntag, 13. Oktober, von 12 bis 18 Uhr. "Kunst in Sendling" findet in diesem Jahr bereits zum 17. Mal statt.

Elsa Nietmann bearbeitet Holz mit der Kettensäge.

(Foto: privat)

An jedem Ort sind es immer Künstlergruppen, die sich präsentieren. Ein Zentrum, wie in den vergangenen Jahren das Kontorhaus auf dem Großmarktgelände, den ehemaligen Pennymarkt an der Implerstraße oder den Hochbunker an der Gaißacher Straße, gibt es heuer nicht. Stattdessen wurden Geschäfte neu dafür gewonnen, ihre Ladenflächen zur Verfügung zu stellen. Musik Hartwig ist dabei, das Café Grass, die Münchner Bank nimmt teil, zu Ausstellungsorten werden auch das Spiel- und Bildungszentrum und das Clearinghaus. "Das Viertel öffnet sich, die Bereitschaft, die Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen, ist sehr hoch", sagt Gertrud Fassnacht vom Führungsteam von "Kunst in Sendling".

Furio Torracchi präsentiert digitale Malerei.

(Foto: privat)

Wer sich in den Kunstrausch begibt, wird mit Sicherheit ins Sendlinger Unterfeld gelangen: Fast drei Viertel der Ausstellungsorte liegen zwischen Großmarkt und Plinganserstraße, die meisten davon entlang und um die Daiserstraße. Ateliers und Werkstätten der Malerin Berit Opelt und der Silberschmiedemeisterin Monika Veseley, von Künstlerinnen und Künstlern wie Gisela Drescher, Christine Reinstaedtler, Max Gehring und Christophe Schneider sind dort zu finden, oder auch das Atelierhaus Senserstraße 5. Auch die Sendlinger Kulturschmiede liegt an der Daiserstraße, in der die letzte selbst initiierte Ausstellung der kürzlich verstorbenen Annelene Seitz-Niedring zu sehen ist.

Der Fotograf Yens Franke Aufnahmen wie "Still Life".

(Foto: Privat)

Auch die Kirche St. Margaret macht wieder mit: Lore Galitz und Manuela Müller stellen dort aus. Das Spiel- und Bildungszentrum (SBZ) an der Danklstraße 34, wo die Werke jugendlicher Kunstschaffender zu sehen sind, fungiert auch als Café und Bar. Im Programm von "Kunst in Sendling" sind diesmal auch Zugaben wie Lesungen, Konzerte und Workshops. Die Schauspielerin Sophie Wendt liest am Freitag von 19 Uhr an im Rückgebäude der Alramstaße 29 Texte von H. C. Artmann. Kinder ab sechs Jahren, die am Freitag lange aufbleiben dürfen, sollten nicht den Krimi verpassen, den das Marionettentheater Stageworks-Puppets am Freitag von 20 Uhr an im Souterrain an der Fuggerstraße 4 auf die Bühne bringt. Am Samstag um 14 und 16 Uhr kann man sich dort auch im Marionettenspiel ausprobieren. Gertrud Fassnacht bietet am Samstag um 14 Uhr und Sonntag um 12 und 15 Uhr als Insiderin der Sendlinger Szene Themen-Führungen durch die Ateliers und Kunstorte an. Ausgangspunkt ist das Café Atlantico, Daiserstraße 22. Wer eine Ausstellung im Grünen besuchen möchte, kann mit der Performance- und Objektkünstlerin Lore Galitz am Samstag und Sonntag von 14 Uhr an bei einem Spaziergang die Münchner Naturkunst-Biennale "SüdpArt" im Sendlinger Wald erkunden. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Inninger Straße 30.

Zur Orientierung

Ein Magazin des Vereins "Kunst in Sendling" enthält einen Lageplan mit allen Orten, an denen an diesem Freitag, Samstag und Sonntag Neugierige willkommen sind.

Der Verein "Kunst in Sendling" hat ein Magazin zur Ausstellung herausgebracht, das nicht nur einen Lageplan enthält, es informiert auch über die aktuelle Kunstszene im Stadtteil und enthält Beiträge zu den Projekten dieses Jahres. Eine besondere Veranstaltung entwickeln die Sendlinger Künstler aktuell mit dem Pfarrverband in der Unterkirche St. Margaret. Es ist die zweite Kooperation dieser Art. Stand im vergangenen Jahr noch alles im Zeichen von Goethes Faust, soll es in diesem Jahr um den "Engel der Stille" gehen. Im Rahmen der "Moonlight Prayer" mit Licht, Worten und Jazz finden bis Ende des Jahres jeweils an einem Sonntag im Monat um 20 Uhr Performances und Installationen statt.

www.kunst-in-sendling.com sowie www.facebook.com/Kunst.in.Sendling.