Christian Maier stammt aus dem niederbayerischen Unterunsbach, wo der Künstler auch heute mit seiner Familie lebt und arbeitet. Bekannt wurde er als kreativer Kopf und Songschreiber der Musik-Kabarettgruppe Da Huawa, da Meier und I. Seither bespielt er vom Kuhstall in Schwabhausen bis zum Circus Krone in München Bühnen in Bayern und Österreich. Auch wenn er bis heute mit Sepp Haslinger als Da Huawa und I unterwegs ist, plant er Neues: 2026 geht er zusammen mit dem jungen Schlagzeuger Fabian Eigenstetter und dem Programm „Schokoladenseit’n“ an den Start. Premiere ist an diesem Mittwoch im Silbersaal im Deutschen Theater.
Montag: Ausgleich zum Tourstress
Nach einem Drei-Tage-Tour-Wochenende sind die Montage meistens zur Verdauung der vielen Emotionen angesetzt. Ich gehe dann am liebsten in den Garten und zupf ein wenig Beikraut oder bereite den Kartoffelacker für die anstehende Aussaat vor: „Pflanze im April, kommt er, wann er will.“ Uralte Weisheit nach der freien Überlieferung meines Vaters. Ein wichtiges Element, meine Hängematte, wird alljährlich zwischen den Apfelbäumen platziert, um den Garten beizeiten auch genießen zu können. Man darf, ja man sollte sich sogar die Zeit nehmen, seine abgeschlossene Arbeit zu betrachten und sich selbst auch mal auf die Schultern klopfen.
Dienstag: Besuch beim Kollegen

Wer mich noch besser kennenlernen möchte, der kann am heutigen Dienstag um 16.05 Uhr „Eins zu Eins. Der Talk“ auf Bayern 2 einschalten. Ich durfte dort bei der wunderbaren Moderatorin Nina „Fiva“ Sonnenberg zu Gast sein. Da ich zurzeit selbst sehr viel auf den Bühnen unterwegs bin, hab’ ich dadurch leider wenig Möglichkeiten für eigene Theaterbesuche oder Konzerte. Auf meiner „Bucketlist“, so sagt man auf Neudeutsch zur Umsetzung seiner Lebensziele, bevor man den Löffel abgibt, steht bei mir ein Besuch von Maxi Pongratz. Am heutigen Dienstag spielt er sein Bühnenprogramm „Rum und Num“ im Volkstheater in der Tumblingerstraße. Wir teilen uns schon lange die abgeschliffenen Bretter der Bühnen und gingen ähnliche Wege. Während Maxi mit Kofelgschroa erfolgreich bekannt wurde, war ich mit Da Huawa, da Meier und I auf Tour. Ähnlich war dann auch die Entwicklung und Entscheidung, eine Solokarriere zu starten. Maxi ist einer, der sich ständig weiterentwickelt. Sehr sensibel am Puls der Zeit. Ein freier Denker und Künstler, das gefällt mir.
Mittwoch: Auftritt im Deutschen Theater

Am heutigen Mittwoch darf ich Sie sehr herzlich ins Deutsche Theater einladen. Bisher kam ich selbst noch nicht in den Genuss, den Silbersaal dort in der Schwanthalerstraße zu bespielen. Deshalb freue ich mich wie ein Schnitzel, warum auch immer man das so sagt, auf diesen Konzertabend. Mein aktuelles Programm heißt „Schokoladenseit’n“. Ich mache mich auf die Suche nach genau diesen schönen Seiten des Lebens und stelle sie in den Mittelpunkt meines Schaffens. Mein Sinnen ist es, den Menschen im Publikum einen gemeinsamen schönen, schokoladigen Abend zu servieren. Ein „Miteinander“. Nicht mehr und nicht weniger, doch eine große Aufgabe in Zeiten der gesellschaftlichen Spaltung.
Donnerstag: Wellness und Pommes

Um den wunderbaren Abend gestern emotional zu verarbeiten, fahre ich mit den Kindern wieder mal ins Ergomar nach Ergolding. Ein schönes Hallen- und Freibad in meiner Region. Mit Riesenrutsche und Sportbecken, Springtürmen und Wasserfontänen. Perfekt für die Kinder und auch für den Papa. In den Becken verteilt, ein Geheimtipp von mir, sind nämlich Massagedüsen für Füße und Rücken. Eine Runde Schwimmen befreit von so manchem plagenden Geist, und es gibt natürlich auch einen Saunabereich mit stündlichen Aufgüssen. Danach geht’s noch ins zugehörige Restaurant, und ich schmeiße eine Runde Pommes mit viel Ketchup und Majo. „Kriegen wir noch ein Eis?“ Freilich. Alle sind glücklich, und so darf ein Tag müde und zufrieden zu Ende gehen.
Freitag: Zwischen Paul Theater und Fat Cat

Mein nächstes Konzert findet heute in Straubing statt. Im schönen kleinen Paul Theater. Ein Verein zur Förderung der Künste aus allen darstellenden Bereichen macht dort hervorragende Arbeit mit viel Herz, Hirn und Verstand. Wer dem Trend nicht folgen möchte, mich als „Groupie“ auf all meinen Städtereisen zu verfolgen, der kann sich, mangels Alternativen, auch mal ins Fat Cat begeben. Im ehemaligen Gasteig, der gerade saniert wird, befindet sich derzeit ein Übergangs-Kulturzentrum, um einen Leerstand zu vermeiden. Eine, wie ich finde, großartige Idee, die Räume für Kunst und Kultur nutzbar macht. Sie werden einen bunten Blumenstrauß an kulturellen Veranstaltungen vorfinden. Kleine Cafés und Ausstellungen umrahmen das Gesamtkonzept und freuen sich auf Unterstützung.
Samstag: Leberkäs und ein Horváth-Stück

Ein kurzer Zwischenstopp beim Seehaus am Englischen Garten. Dort befindet sich jeden Samstag ein kleiner regionaler Bauernmarkt. Man kann den, aus meiner Sicht, besten Leberkäse aus Niederbayern verkosten und mit da Fannerl vom Bauernladen im heimischen Dialekt noch einen Ratsch abhalten. Danach noch ein kurzes Durchatmen im Englischen Garten, und weiter geht’s nach Tauberfeld zum Konzertabend. Wer in München bleiben möchte, dem empfehle ich am Abend wieder das Volkstheater im Schlachthofviertel. Ganz nah an einer meiner Lieblingsbühnen, dem Wirtshaus im Schlachthof. Denn durch die Auftritte in der gleichnamigen Sendung von Ottfried Fischer durfte ich vor 20 Jahren meine Passion zum Beruf machen. Im Volkstheater heißt es an diesem Abend: „Glaube Liebe, Roboter“. Ein Theaterstück mit eingängiger Musik über unser derzeitiges Verhältnis zur Zukunft. Sehr aktuell, sehr spannend und immer angetrieben von der Hoffnung. Empfehlung aus erster Hand.
Sonntag: Festival „Kuckuck“ für Kinder

Manchmal muss man sich seine Zeit auch einfach nehmen. Ist ja meine. Deshalb machen wir als Familie heute einen Ausflug zum Theaterfestival „Kuckuck“. Dort wird ein Zeichen gesetzt für die Kultur. Vielerorts wird derzeit an der Kultur gespart. Kinder und Jugendliche geraten bei diesen öffentlichen Debatten oft aus dem Blick. Die Festivalbetreiber sagen: „Theater darf nicht nur dort stattfinden, wo zufällig noch genug Geld übrig ist.“ Es wird in Vielfalt, Teilhabe und Kreativität investiert. Entdeckend und staunend, spielerisch und gemeinsam. Nationale und internationale Künstler versammeln sich hier und bieten den Raum für kreative Verbundenheit. Mal sehen, für welche der Veranstaltungen wir spontan noch Karten bekommen. Auf dem Weg nach Hause höre ich mir im Radio noch das Spitzenspiel Duisburg gegen den TSV 1860 München an, was meine Frau und die Kinder begeistern wird. Ich wünsche Ihnen allen eine unglaublich schöne Woche und Zeit zum Genießen.
Christian Maier, geboren 1976, besuchte die Berufsfachschule für Musik in Plattling und startete im Jahr 2000 seine Karriere als „Da Huawa“ des bayernweit bekannten Trios „Da Huawa, da Meier und I“. Sie spielten in ausverkauften Sälen und Hallen und füllten fünfmal den Circus Krone in München. Die Band veröffentlichte neun Live-Alben und ein Studio-Album. Nebenbei stellte Christian Maier 2013 das Musikprojekt „BajuWah“ auf die Beine, das kubanische und spanische Musik mit Reggae und bayerischen Texten verbindet. 2020 beschlossen „Da Huawa, da Meier und I“ eine künstlerische Pause einzulegen. Christian Maier startete sein erstes Solo-Programm mit dem Titel „Sondervorstellung“. 2023 folgte das zweite Bühnenprogramm „Beste Zeiten“.

