Gastronomie Kuffler zieht sich vom Palais an der Oper zurück

Ein konkurrenzloser Blick von der Freiterrasse auf den Platz vor der Oper: Dennoch zieh die Kuffler-Familie nun die Notbremse, gehobene asiatische Küche soll es nun richten.

(Foto: Stephan Rumpf)

Das Renommierobjekt California Kitchen, das alles andere als ein wirtschaftlicher Erfolg war, wird nach einem längeren Umbau ein asiatisches Restaurant.

Von Franz Kotteder

Die Kuffler-Gruppe gibt ihr Renommierobjekt Kuffler California Kitchen an der Oper auf. Das noble Restaurant mit insgesamt 400 Plätzen in der ehemaligen Hauptpost am Max-Joseph-Platz wurde erst 2013 eröffnet und war anfangs der ganze Stolz der Gastronomenfamilie. Bei der Ausstattung von Gastraum und Oak Room hatten die Kufflers nicht gespart, und die großzügige Loggia mit 180 Plätzen und Blick auf Platz und Oper ist immer noch die spektakulärste Restaurantterrasse der Stadt.

Wirtschaftlich stand das Lokal aber von Anfang an unter keinem guten Stern. Nun ziehen die Kufflers die Notbremse, schließen das Restaurant zum 14. April. Die Mitarbeiter werden erst einmal in andere Kuffler-Betriebe übernommen. Mitte Juli soll das Lokal wieder öffnen - unter neuem Namen und neuer Leitung, als asiatisches Restaurant mit japanischem Einschlag. Betrieben wird es von dem vietnamesischen Gastronomenpaar Hieu Tran und Anh Thu. Die beiden führen seit einigen Jahren höchst erfolgreich die drei asiatischen Restaurants Anh Thu, Cochinchina und Cuchin.

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Stephan Kuffler, der zusammen mit seinem Bruder Sebastian inzwischen den von seinem Vater Roland gegründeten Gastro-Konzern leitet, spricht von einem "Relaunch" und einer "Kooperation mit der Familie Tran", die es nun richten sollen. Er nennt keine Zahlen - gerüchteweise hört man gar von Verlusten in Millionenhöhe über die Jahre hinweg. Aber er räumt ein, dass das Lokal ein ziemliches Minusgeschäft gewesen ist. Nach dem Motto: "Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu", sei von Anfang an der Wurm drin gewesen. Er selbst war gleich im Eröffnungsjahr lebensgefährlich an einem Gehirnaneurysma erkrankt, nur durch eine Notoperation konnte er gerettet werden. Verschiedene andere Probleme im Lokal kamen danach hinzu. Kuffler: "Als wir nach einem halben Jahr alles im Griff hatten, blieben dann allerdings die Gäste weg."

Dass die Kufflers das Restaurant überhaupt so lange halten konnten, liegt wohl vor allem an der wirtschaftlichen Potenz der Gruppe. Sie ist mit einem Jahresumsatz von gut 123 Millionen Euro eines der größten Gastrounternehmen Deutschlands. In München gehören ihr neben dem Weinzelt auf der Wiesn das Spatenhaus an der Oper, das Seehaus im Englischen Garten, der Haxnbauer beim Platzl, das Mangostin in Thalkirchen und das Fünf-Sterne-Hotel Palace in Haidhausen. Auch in Frankfurt und Wiesbaden führt man mehrere Lokale, insgesamt sind es mehr als 40 in ganz Deutschland, meist an ersten Adressen.

Ein richtiger Abschied aus der ehemaligen Hauptpost, die nach dem Willen der russischen Immobilieninvestoren heute "Palais an der Oper" heißt, wird es sowieso nicht sein, sagt Kuffler. Man habe die Räume auf bis zu 20 Jahre gepachtet: "Wir werden die Familie Tran massiv unterstützen, gerade am Anfang, aber sie übernehmen den operativen Betrieb." Hieu Tran sagt: "Für den Moment kann ich eine Asia-Fusionsküche ankündigen, die leicht Japan-lastig ist. Und japanisch wird auch der Name sein: Ano Ki. So heißt meine Frau Anh Thu auf japanisch."