Auch sie war dann mal weg – aber nicht zum Pilgern. Die frühere Münchner Kommunalreferentin Kristina Frank hat Yoga am Strand von Goa gemacht, teilt stimmungsvolle Fotos davon auf Instagram und präsentiert „100 Stunden und ein Examen später“ stolz, wenn auch ein wenig abgekämpft wirkend eine Urkunde. Die bestätigt, dass die 44-Jährige in Indien erfolgreich einen „Multi-Style-Yogalehrer-Kurs“ absolviert hat. Ob Frank daheim ihre neuen Lehrfähigkeiten anwenden wird, bleibt abzuwarten. Immerhin hat sie einen ausfüllenden Job; seit sie ihren Posten als Referentin im Sommer 2024 räumen musste, baut sie eine gemeinsame Holding für die drei Wohnungsbaugesellschaften des Freistaats auf.
Verleger und Mäzen

Nach seinem 80. Geburtstag am 1. Februar und dem 50-jährigen Bestehen seines Verlages im vergangenen Jahr gibt es für Lothar Schirmer erneut Anlass zu feiern. Dass er für sein Schaffen den Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt München verliehen bekommt, war bereits bekannt. Nun steht fest: Am 30. April wird Bürgermeisterin Verena Dietl die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung vor geladenen Gästen übergeben. Schirmer ist über sein Engagement als Sammler, Mäzen und Stifter insbesondere für die städtische Galerie im Lenbachhaus eng mit der Stadt verbunden. Vor einigen Jahren erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Gewinnerin bei „Jugend forscht“

Clara Proksch, 12, hat sich mit einem Thema befasst, das viele Eltern umtreibt: mit der Sauberkeit im Sandkasten von Spielplätzen. Die Gymnasiastin untersuchte Sand an acht Orten in München und Umgebung. Ihre Arbeit brachte der Sechstklässlerin nun im Landeswettbewerb Bayern bei „Jugend forscht“, Kategorie Biologie, den ersten Platz.
Auf die Idee sei sie durch ihre Brüder gekommen, erzählt Clara Proksch. Sie habe beobachtet, dass die vier und sechs Jahre alten Jungs immer wieder Sand in den Mund genommen hätten. Da habe sie sich gefragt: „Ist das gefährlich?“ Eine exakte Antwort darauf kann die Schülerin nach ihrer Untersuchung noch nicht geben. Aber sie konnte je nach Standort in unterschiedlicher Häufung Bakterien, Pilze und verschieden hohe PH-Werte nachweisen. „So fand ich einiges über die Verschmutzung und die Gründe dafür heraus“, sagt Clara Proksch. Der mit Abstand dreckigste Spielplatz sei der an der Münchner Freiheit. Dort entdeckte sie Drogenspritzen, Hinweise auf Ratten und viel Erde und Müll im Sand.
Die Schülerin des Münchner Maximiliansgymnasiums hat klar erkannt: Lage und Abgrenzung eines Spielplatzes sind entscheidend für den Zugang und den Zustand. Ist der Spielplatz nicht umzäunt, können etwa Hunde ihren Urin und Kot hinterlassen. Liegt der Spielplatz in einer Wohngegend, gibt es mehr Abgasbelastung und eine höhere Besucherzahl. Spielplätze in Parks sind sauberer, je nach Baumbestand und Jahreszeit häufen sich aber Früchte und Blätter. Clara Proksch steht im Austausch mit dem Baureferat. Sie möchte sich nun mit den Möglichkeiten der Sandreinigung beschäftigen.
Ein Münchenkenner

Wenn es um die Geschichte, Entwicklung und Architektur Münchens geht, ist Franz Schiermeier ein gefragter Mann. Schließlich hat er in den vergangenen Jahrzehnten als Verleger und Autor ein umfangreiches Wissen angehäuft, das er ehrenamtlich und beratend gerne weitergibt. Für sein Engagement, von dem zum Beispiel auch das Münchner Forum schon oft profitiert hat, erhielt Schiermeier, Jahrgang 1955, nun die Medaille „München leuchtet“. Er trage dazu bei, das kulturelle Erbe der Stadt zu bewahren, sagte Bürgermeisterin Verena Dietl bei der Verleihung im Rathaus.
Im Archiv der Münchner Arbeiterbewegung und in der Geschichtswerkstatt organisierte Franz Schiermeier Ausstellungen und erstellte historische Dokumentationen. Im Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen bietet er darüber hinaus Führungen sowie Stadtteilrundgänge an. Und im Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, in dem er 2008 bis 2014 aktiv war, unterstützte er Projekte zur Stadtentwicklung, etwa zur Zukunft des Viehhofs.
Für neuen Designpreis nominiert

Die Stadt München zeichnet mit dem „Munich Fashion Award“ (MFA) erstmals nachhaltig arbeitende Designerinnen und Designer aus. Die Idee des von der Stadt initiierten Wettbewerbs: Kreative aus ganz Europa zu bestärken, Mode und Accessoires neu zu denken – „mit einem mutigen, zukunftsweisenden Ansatz, der Nachhaltigkeit, Ästhetik und Kreativität vereint“. Die dotierte Auszeichnung ist in die Kategorien Mode und Accessoires unterteilt. Wichtig dabei: zeitgenössisch und nachhaltig zu sein.
Der Award sei die Antwort auf eine Anfrage der rot-grünen Stadtratsfraktion, den bisherigen Münchner Modepreis zu einem Nachhaltigkeitspreis umzugestalten, erklärt Projektleiter Olaf Kranz. Gesucht werden nun alle zwei Jahre die besten in Europa praktizierenden Modedesigner mit entsprechenden Konzepten. 170 Bewerbungen aus 18 Ländern sind für die erste Runde in München eingegangen. Die international besetzte Jury, der neben anderen die ehemalige Chefredakteurin der deutschen Vogue, Christiane Arp, und der niederländische Design-Professor Troy Nachtigall angehören, hat nun die jeweils fünf Finalisten benannt. Mit Luca Reinhardt und Achim Wünsch von „Halfs“ und Sebastian Thies von „Nat-2“ sind Designer aus München vertreten. Aus Augsburg ist Johannes Schweizer mit seiner für klare Formen bekannten Marke „OBS“.
Am Freitag, 16. Mai, von 15 bis 19 Uhr werden die Gewinner und die Finalisten des MFA im „House of Communication“, Friedenstraße 24, vorgestellt. Die Preisverleihung am Vorabend kann ab 21.30 Uhr auf www.munichfashionaward.com mitverfolgt werden.

