Süddeutsche Zeitung

Krimi:Schweigend und suchend

Friedrich Ani lässt Tabor Süden seit 1998 nach jenen Menschen suchen, von denen jede Spur fehlt.

Von Eric Hartmann

Tabor Süden war zunächst beim Vermissten-Dezernat der Münchner Polizei tätig, mittlerweile arbeitet er in einer Detektei. Unverändert ist seine Mission: die Suche nach Menschen, von denen jede Spur fehlt. In 21 Büchern macht sich Tabor Süden auf und sucht nach Vermissten. Das unerträgliche Schweigen ist sein Markenzeichen; er erhält auf diese Weise Informationen, die ihm niemand freiwillig geben will. Anders als in Kriminalromanen üblich steht nicht immer der Mord im Vordergrund. Aber Menschen verschwinden aus verschiedenen Gründen. Die erzählten Geschichten werden dadurch noch ernster, denn es sind die Einsamen, die Verzweifelten, die Hoffnungslosen, die in Tabor Südens Fällen eine Bühne bekommen. Zwei seiner Fälle wurden vom ZDF im Jahr 2008 als Fernsehfilme umgesetzt, Ulrich Noethen spielte darin die Titelrolle. Während die Süden-Serie des ZDF nach dem zweiten Film Kommissar Süden und der Luftgitarrist abgesetzt wurde, ist bei der literarischen Vorlage bisher kein Ende in Sicht: Das Schweigen geht weiter.

Friedrich Ani: Ein Fall für Tabor Süden, 21 Bände, Heyne, Droemer Knaur, Nautilus, Suhrkamp

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Quelle:
SZ vom 10.06.2020
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